Wahrhaftig auferstanden?! Christus lebt. Elvis lebt. Drama – Poesie – Musik

Die Idee

Atmen, Singen und Sprechen hängen zusammen. Atmung braucht Raum, ebenso wie gesungene und gesprochene Worte. Man kann sie nicht wirklich berühren. Doch wenn man unberührt von ihnen bleibt, stirbt man. Sprachbilder in Lauten und Bildsprachen in Werken der Kunst sind voller Bedeutung und bedürfen der Deutung. <s></s>
Ein Knicklicht braucht man beim Angeln. Kleiner Stab wird gebrochen und beginnt dann zu leuchten, verhilft dann zur Orientierung im Dunkeln.
Geht eine allein durch die Stadt. Rastlos, haltlos und ziellos. Mit Sehnsucht im Herzen. Bricht ein, zerbricht und bricht auf. Trifft ein Knicklicht. Wird zum Knicklicht. Mit Blut und Saft auf dem Hemd. In der Stadt. Auf der Party. Am Kreuz.
Mit Scham verbunden ist es, die Wunde zu zeigen. Nicht immer, aber sehr oft. Sie zeigt das Verletzte und die Verletzlichkeit. Im politischen Kampf, im sozialen Gerangel, im Leistungsstress. Gedopt und gepanzert. Dahinter verängstigt und traurig, verstört und zerbrochen, allein. Berührung nicht möglich.
Schreit sich einer die Seele aus dem Leib. Will nicht sterben. Stirbt des Alten mitten im Leben und lebt mitten im Leben dann neu. Mit Flecken und Fetzen vom alten Leben an Leib und Gewand.
Was ist Tod? Was ist Leben? Einer kann tot sein, obwohl er lebt, und ein anderer lebendig, gleichwohl er gestorben ist. Tod und Leben sind relativ.
Aus dem Dunkeln kann man Licht holen, so dass Leben neu wahrnehmbar wird.
Von den Vorerfahrungen des Menschen, der in den Grabhöhlen lebte, ist nichts bekannt. Man sah nur, wie er sich schlug mit Steinen und an den Ketten, die ihn bändigen sollten, riss.
So oder so schien ein andres im Spiel, mit dem er geschlagen war und sich schlug, und das zugleich doch sein eigenes war. So oder so, am Ort des Todes wohnt er mit seinen Dämonen, wo es stinkt nach Verwesung, Verfall. Wenngleich er noch lebte, war er doch längst tot. Und man hört die Stimme des Menschen und die Stimme, besessen von Angst, von Verstörung und Hass und den Schrei hin zum Leben: Komm mir bloß nicht zu nah! Und schreit und schreit. Und das Leben, das kommt.
Und Jahre später erzählt er, vielleicht:
Gefangen, nichts mehr gesehen, nichts mehr gespürt. Gegen die Wände geworfen und durch nichts mehr zu bändigen. Wie von Sinnen, war nicht mehr ich selbst. Lag auf dem Boden und lebte und war doch schon tot. Bewegungsunfähig und starr. Aus, Schluss und vorbei.
Da war mir, als träumte ich, dass einer mich küsst. Und durch die Holzlatten fiel Licht in den Raum. Verhalten und weich, warm und golden. Und etwas fiel ab von mir, versank in der Tiefe und löste sich auf – blutrot. Ich sah durch ein Fenster, verhangen ins Weite. Unendlich gehalten. Ich ging wie trunken den ersten Schritt. Der Boden tat sich nicht auf. Ich war gehalten durch einen einzigen Blick.
© Petra Schulz

Anlass

Programmbeitrag zum 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen, außerdem aufgeführt auf einer Benefizveranstaltung der Theologischen Fakultät zugunsten des Fördervereins Theophil e.V.

Die Akteure

Akteure: Benjamin Breutel, Katharina Ehler, Maria Jarmer, Stefan Schumacher, Carolin Sommer, Silke Wilfarth
Musikalische Leitung: Stefan Reißig
Orgel: Stefan Reißig
Chor: G. Elisabeth Braisch, Samuel Fink, Katharina Freimann, Ulrike Page, Lea Peters, Maximilian Piotraschke, Stefan Reißig, Anna Staak, Markus Stiefs, Alexander Uhlig, Andreas Uhlig,  Tim Wendland
Skript: Benjamin Breutel, Katharina Ehler, Maria Jarmer, Gernot Knönagel, Petra Schulz, Stefan Schumacher, Carolin Sommer,
Technik: Gernot Knönagel, Thomas Moll, Christian Schnepf
Leitung: Dr. Petra Schulz