Franka Machann

Wissenschaftliche Laufbahn

Seit 2012
Lehrbeauftragte am Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche,
Standort Ludwigslust

Seit 2009
Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Dienstleistungen überwiegend in der Lehre
Lehrstuhl für Altes Testament | Lehrstuhl für Neues Testament
Universität Rostock

2002 -2009  
Studium an der Universität Rostock
Lehramt für Gymnasien

Hauptfächer: Deutsch | ev. Religion
Beifächer: Englisch | Deutsch als Fremdsprache

2006
Høgskolen i Østfold, Halden/Norwegen
Studium und Lehrtätigkeit im Bereich Deutsch als Fremdsprache

Promotionsvorhaben

Humor im Alten Testament

Der Humor ist der Regenschirm der Weisen… [Erich Kästner]

Humor im Alten Testament – wie befremdlich klingt doch der Gedanke, etwas Profan-Alltägliches wie Komik in den heiligen Schriften zu vermuten. Doch Heiligkeit muss nicht die Abwesenheit von Humor bedeuten. Die Möglichkeit einer solchen Lesart soll in meinem Promotionsprojekt geprüft werden. Humor ist Ausdruck spezifisch menschlicher Gefühlswelt und Lebenswirklichkeit – heute wie damals. Auch die Schriften der Bibel erzählen von merkwürdigen Ereignissen, tiefgreifenden Emotionen und der Lebenswelt der Autoren. So lassen sich auch im AT komische Verweise finden. Bei der Differenzierung der Humorarten wird deutlich, dass diese Belegstellen zumeist Spott, Übertreibung und Ironie artikulieren. Warum aber nicht Witze oder Erzählungen lustiger Begebenheiten?

Mit einem Lächeln, kurzem Zwinkern und dem gewissen Unterton lässt sich so manche Kritik verblümt vermitteln. Jeder kennt die Situation, auf diese Weise nur den Anschein von Ernsthaftigkeit erwecken zu wollen. Denn Komik ermöglicht Grenzen zu überschreiten und Ängste zu überwinden. Ohne ihre provokative Funktion zu verlieren, werden tabuisierte und sozialkritische Themen salonfähig, sogar AT-tauglich gemacht. Die Besonderheit des Humors, somit rückschließend ernsthafte Inhalte betrachten zu können, lässt bei der Analyse einen soziokulturellen sowie religionsgeschichtlichen Beitrag vermuten. Was berichten die Texte tatsächlich über Gesellschaft und Politik, Mensch und Gott?

Vorab untersuche ich jedoch, wie Humor im hebräischen Text überhaupt funktioniert. Mimik und Gestik, der besagte Unterton und ;-) sind in den Schriften des ATs vergeblich zu suchen. Zudem bleibt Humor zeit-, personen-, kultur- und sprachabhängig. Wird das heutige Humorverständnis also als Maßstab dafür dienen können, worüber im Alten Israel gelacht wurde?

Mit dieser Betrachtung erhoffe ich, dem zeitgenössischen Leser Texte und Themen der heiligen Schriften, die ihm oftmals so unnahbar erscheinen, näherzubringen und für seine Lebenswelt erfahrbar zu machen.