Prof. Dr. Thomas Klie

Curriculum Vitae

  • 1956 geb. in Northeim / Niedersachsen
  • 1975 - 82 Studium an den Universitäten Münster u. Göttingen; Studium Ev. Theologie (Pfarramt); Ev. Religion / Russisch (Lehramt)
  • 1982 1. Theolog. Examen; Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
  • 1984 1. Staatsexamen: Ev. Religion/Russisch
  • 1983 - 86 Vikariat (Gemeinde u. Berufsschule) in Göttingen
  • 1986 - 91 Berufsschul-Pfarrer in Uelzen und Verden / Niedersachsen
  • 1991 - 2000 Dozent am Religionspädagogischen Institut (RPI) in Loccum
  • 1999 Promotion an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen Dissertation: Verheißung vergegenwärtigen. Die Didaktik der Verheißung an der Berufsschule
  • 2000 - 01 Habilitationsprojekt
  • 2001 - 02 Gemeindepastor im Kirchenkreis Göttingen u. Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen
  • 2002 Habilitation an der Theologischen Fakultät der Universität Bonn Habilitationsschrift: „Zeichen und Spiel. Semiotische und spieltheoretische Rekonstruktion der Pastoraltheologie“
  • 2002 - 03 Lehrstuhlvertretung (Religionspädagogik/Systematische Theologie) im FB Evangelische Theologie und ihre Didaktik an der Universität zu Köln 2003 Lehrstuhlvertretung (Praktische Theologie) an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock
  • seit 1.1.2004 Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock
  • 10.04.2005 Einführung in das Amt des Universitätspredigers an der Universitätskirche Heilig Kreuz
  • 2004-06 Pro- und Studiendekan
  • 2006-08 Dekan der Theologischen Fakultät
  • 2010-12 Pro- und Studiendekan
  • 2012-14 Dekan der Theologischen Fakultät

Sprechzeiten

Do.: 14:00 - 15:00

Monographien und Sammelbände

Monographien und Sammelbände

Thomas Klie / Sieglinde Sparre (Hg.)
Erinnerungslandschaften. 
Friedhöfe als kulturelles Gedächtnis
Praktische Theologie heute, Bd. 149
213 Seiten, 27 Abb.
Stuttgart: Kohlhammer Verlag 2016

Friedhöfe sind Trauerorte und langlebige Biotope des regionalen Gedächtnisses. Denn Grabmale erzählen nicht nur Familiengeschichte, sondern auch Stadtgeschichte. Die Geschichte eines Gemeinwesens ist immer auch die Geschichte von Toten und Totengedenken. Die Toten und ihre letzten Ruhestätten gehören nicht nur den Angehörigen. Im kulturellen Gedächtnis mischen sich Privates und Öffentliches, Grabstelle und öffentlicher Raum. Gedächtnis bekommt hier eine räumliche Gestalt, es kann begangen werden. Kirchen und Kommunen sind als Friedhofsträger und Erinnerungsgemeinschaften herausgefordert, diese Bedarfe in eine sinnvolle Gestalt zu überführen. In interdisziplinärer Weite werden aus sozialwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher und theologischer Perspektive die sepulkral-memorialen Formen diskutiert und ausgelotet.

Katharina Gladisch/ Thomas Klie (Hg.)
Geschlossene Gesellschaft. Gespielt – gedacht – gepredigt.
Identitätsdramen zwischen Text und Performanz
Münster: LIT 2016

Man muss zu Aktionen übergehen. Dieses programmatische Diktum von Joseph Beuys hat die Aktionen motiviert, die dieses Buch dokumentiert. In ihrem Zentrum steht das theologisch-theaterpädagogische Projekt Geschlossene Gesellschaft, das im Frühjahr/Sommer an der Theologischen Fakultät Rostock durchgeführt wurde. Das Herzstück bildet die Adaption des Dramas von Jean-Paul Sartre, das philosophisch, literarisch, biblisch und musikalisch umspielt wurde.
Es erhielt so eine Vielstimmigkeit, die von den Autorinnen und Autoren dieses Bandes aufgenommen, variiert, verstärkt, aber auch pausiert wird. Stimme um Stimme, Aktion um Aktion, Gedanke um Gedanke entsteht so ein spielerisches Ringen um die menschliche Identität – im Grenzbereich von Theologie, Philosophie, Theater und Literatur. Die hier versammelten Beiträge beziehen sich in unterschiedlichen Perspektiven auf ein Projekt, das im Frühjahr/Sommer 2016 an der Theologischen Fakultät Rostock durchgeführt wurde.
ISBN: 3-643-13345-8
202 Seiten; 29,90 €

Thomas Klie, Ilona Nord (Hg.): Tod und Trauer im Netz Mediale Kommunikationen in der Bestattungskultur Stuttgart: Kohlhammer 2016
Seit geraumer Zeit wird bereits im Cyberspace bestattet und getrauert. In dem Maße, wie sich die Bestattungskultur verändert und ausdifferenziert, besetzt sie mit großer Selbstverständ­lichkeit auch die modernen Repräsentationsmedien. Computer-mediatisierte Kommunikationen eröffnen dabei neue Wege zur Visualisierung des Umgangs mit Tod und Trauer. Simulacren des Funeralen, Bilder der Anteilnahme und das öffentliche Sichtbarmachen von Trauerprozes­sen sind dabei nicht nur in der virtuellen Welt zu lokalisieren, sondern sie bestimmen auch leiblich wahrnehmbare Realitäten von Trauernden.
In diesem Band geht es darum, die Art und Weise der Visualisierungen von Tod, Abschieds­prozessen und Bestattungsritualen im Cyberspace in interdisziplinärer Weite zu diskutieren und die Kultur- und bildtheoretsichen Perspektiven ins Gespräch mit einer kulturoffenen Praktischen Theologie zu bringen.
224 Seiten ISBN 978-3-17-029250-5
35,- EUR

Thomas Klie / Markus J. Langer
Evangelische Liturgie
Ein Leitfaden für Singen und Sprechen im Gottesdienst
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2015.


Das Buch richtet sich an Studierende der Theologie, an Vikare, an Prädikaten und Lektoren, aber im weitesten Sinn auch an Kirchenmusiker im Nebenamt. Es soll die notwendigen praktischen Singeübungen als Leitfaden begleiten und ergänzen.Zugleich erhellt es durch knappe liturgie-theoretische Einführungen den Sinn und die Abfolge der einzelnen gottesdienstlichen Stücke. Damit schließt der Leitfaden eine Lücke, denn bislang musste man sich das Nötige aus sehr unterschiedlichen Büchern und Handreichungen zusammensuchen. Den Autoren liegt viel daran, die praktischen Übungen in ihrem liturgischen Kontext zu verorten, damit das Zusammenspiel von liturgischen Inhalten und liturgischer Form gewährleistet wird.
121 Seiten
ISBN 978-3-374-04068-1
14,80 €

Thomas Klie, Martina Kumlehn, Ralph Kunz, Thomas Schlag (Hg.), Praktische Theologie der Bestattung
Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs (PThW), Bd. 17, deGruyter: Berlin u.a. 2015.

Bei der Bestattung kultivieren die christlichen Kirchen seit jeher ihren Umgang mit der Unumkehrbarkeit von Lebenswegen. In Wort und Ritus kommen Lebensdeutungen zur Darstellung, auf die es längst keine Deutungsmonopole mehr gibt. Die Bestattungskultur hat sich in vielfältiger Weise ausdifferenziert. Der unmittelbare Umgang mit dem toten Körper ist heute weitgehend der privaten Sphäre entzogen und wird an professionelle Instanzen delegiert. Der Markt und die gängigen kulturellen Umgangsformen bestimmen zunehmend die sepulkrale Ästhetik. Traditionelle Liturgien treffen auf spätmodernes Ritendesign, immer mehr finden sich auch Simulacren von Tod und Trauer im Internet. Die Beziehung zum Tod und zu seinen sozialen Folgen hat längst schon Anteil an der allgemeinen kulturellen Beschleunigung. In dem vorliegenden Sammelband sollen diese Prozesse verstehend nachgezeichnet und praktisch-theologisch eingeordnet werden. Dies geschieht in interdisziplinär Weite und in Augenhöhe mit kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen.
595 Seiten
ISBN 978-3-11-034616-9
79,95 EUR

Peter A. Berger, Klaus Hock, Thomas Klie (Hg.)
Hybride Religiosität – posttraditionale Gemeinschaft.
Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern
Rostocker Theologische Studien, Bd. 26
Münster: Lit 2014

In dem Band geht es um Formen hybrider Religiosität, die sich an symbolischen Orten im ländlichen Raum Mecklenburg-Voirpommerns (Dorfkirchen, Gutshäusern, ehemaligen LPG-Anlagen u.a.) herausgebildet hat. Es werden Ergebnisse quantitativer und qualitativer Untersuchungen präsentiert und in das von den Herausgebern entwickelte Deutungskonzept der „Religionshybride“ eingezeichnet.
In den Blick kommen dabei posttraditionale Vergemeinschaftungen und Vernetzungen, alltagsästhetische Formgebungen, eine Kultur der Feste und „Events“ und die sich darin ausdrückenden Werthaltungen und Motive, aber auch potenziell religiöse Sinnsichten, die nicht (mehr) im Zentrum der kulturellen Wahrnehmung stehen und sich in bestimmte Szenen verlagert haben.
177 Seiten
ISBN978-3-643-12453-1
24.90 EUR

Folkert Fendler, Thomas Klie und Sieglinde Sparre (Hg.)
Letzte Heimat Kirche.
Im Auftrag des Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2014

Der rasante Wandel in der Sepulkralkultur äußert sich auch im Blick auf die Räume, die kulturell für Tote vorgesehen sind. In jüngster Zeit bieten die Kirchen auf dem Markt alternativer Bestattungsformen vereinzelt auch ihre Sakralräume für Bestattungen an. In Kirchgebäuden, die nicht mehr oder nur noch teilweise liturgisch genutzt werden, entstehen Kolumbarien oder Urnenkirchen. Seit 2006 in Marl und Aachen in ehemaligen Pfarrkirchen Kolumbarien eingerichtet wurden, begann in der Bestattungskultur gewissermaßen ein neues Zeitalter.

Mittlerweile gibt es gut drei Dutzend dieser Kirchenkolumbarien, etliche sind in Planung. Man knüpft hier an religionskulturell Bekanntes an – manches muss aber auch ganz neu gedacht werden. Was bieten diese besonderen Orte für die Predigt, für die Seelsorge und für die Liturgie? Die Beiträge in diesem Band diskutieren die Herausforderungen, die sich mit dem noch jungen Phänomen der Kirchenkolumbarien für die kirchliche Praxis stellen.
196 Seiten
ISBN 978-3-374-03894-7
18,80 EUR 

Berger, Peter A. / Hock, Klaus / Klie, Thomas (Hg.)
Religionshybride. Religion in posttraditionalen Kontexten
Heidelberg: Springer-Verlag 2013.

Posttraditionale Gemeinschaften tragen durch die Erschaffung ortsgebundener Utopien mit eigenen Mythen und Ritualen zur Wiederverzauberung der Welt bei, so der französische Soziologe Michel Maffesoli. An der Universität Rostock wird untersucht, inwiefern diese Gemeinschaften Ausdrucksgestalten einer Religionsproduktivität darstellen. Bilden sich über eine religionshybride Kultur neue Formen von Religion oder religiös überformte Lebensstile jenseits institutionalisierter Religionspraktiken heraus? Entgegen der revisionsbedürftigen These vom Verschwinden der Religion soll in Erfahrung gebracht werden, wie sich Religion an alten Dorfkirchen und anderen auratischen Orten möglicherweise neu und anders herausbildet. In den Blick geraten somit auch die besonderen Formen von Vergemeinschaftung und Vernetzung, Festkulturen und Events wie Hoffeste, Werthaltungen und soziale Motive.
306.; 5 Abb.; ISBN 978-3-531-19577-3
34,99€ | CHF 44,00

Thomas Klie, Dietrich Korsch, Ulrike Wagner-Rau (Hg.):
Differenz-Kompetenz. Religiöse Bildung in der Zeit
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2012

Martin Luther hat die »Kunst der Unterscheidung« zwischen Gott und Mensch, Gesetz und Evangelium, geistlichem und weltlichem Regiment Gottes als zentrale theologische Kompetenz bestimmt. Dem folgt Bernhard Dressler, indem er religiöse Bildung als Unterscheidungsvermögen versteht. Über die fundamentalen Differenzierungen der reformatorischen Theologie hinaus ist in der Moderne der religiöse Zugang zur Wirklichkeit als ein spezifischer Weg neben andere Weltzugänge getreten. Die Rede über Religion ist damit etwas anderes als die religiöse Rede selbst. Im Gespräch mit dieser Bildungstheorie behandeln die Beiträge des Bandes systematische, didaktische und praktisch-theologische Fragen im Spannungsfeld von Religion, Bildung und Politik – einem Feld, in dem es unerlässlich ist, Differenzierungen vorzunehmen, aber ebenso unausweichlich, Bezüge herzustellen. Wie religiöse Bildung zur Orientierung zwischen Religion und Politik beiträgt, ist das Thema dieses Buches.
Mit Beiträgen von: B.Abesser, M.Domsgen, A.Feige, D.Fischer, W.Gräb, B.Husmann, D.Käbisch, R.Kessler, Th.Klie, R.Koerrenz, D.Korsch, J.Lauster, M.Kumlehn, M.Meyer-Blanck, I.Mayer-   Rohrschneider, G.Neebe, M.Rothgangel,St.Schaede, R.Schieder, Th.Schlag, A.Schöll, B.Schröder, Fr.Schweitzer, U.Vogel, U.Wagner-Rau, D.Zilleßen
339 Seiten
Preis: 38,00 €
ISBN: 337-4-030-785

Bernhard Dressler, Martina Kumlehn, Thomas Klie:
Unterrichtsdramaturgien. Fallstudien zur Performanz religiöser Bildung,
Stuttgart: Kohlhammer 2012

Beim Unterrichten kann man nicht nicht inszenieren. Das beginnt schon bei der Körperhaltung der Lehrperson und gilt für alle Prozesse bewusster oder unbewusster Formgebung und Gestaltung. Lebendiger Unterricht ist auf performative Darstellung angewiesen. Die hier vorgelegten Fallanalysen basieren auf videographierten Stunden aus dem Religionsunterricht und dem Konfirmandenunterricht. Sie stellen erstmals ausführlich dar, wie Performanz als deskriptive Kategorie für die Analyse von Religionsunterricht eingesetzt werden kann. Die auf diese Weise herausgearbeiteten Spezifika werden daran anschließend in religionshermeneutischer, ästhetisch-gestalttheoretischer und kompetenzorientierter Perspektive ausgewertet und so mit der aktuellen Debatte um den Performativen Religionsunterricht verschränkt.
Prof. Dr. Bernhard Dressler lehrt Religionspädagogik an der Universität Marburg. Prof. Dr. Martina Kumlehn und Prof. Dr. Thomas Klie lehren Religionspädagogik und Praktische Theologie an der Universität Rostock.
320 Seiten
Preis: 32,90 €
ISBN: 978-3-17-022337-0 E

Thomas Klie, Rainer Merkel, Dietmar Peter (Hg.):
Performative Religionsdidaktik und biblische Textwelten
Rehburg-Loccum 2012

Die Performative Religionsdidaktik hat sich in Theorie und Praxis der Religionspädagogik als Leitbild etabliert. Die Zeit ist reif für erste Bilanzierungen. Was gehört zu den unumstrittenen Basics performativer Didaktik, zum mittlerweile erreichten Konsens? Wie sehen die Zukunftsperspektiven aus? Welche Anfragen und kritischen Einschätzungen sind elementar und rufen zur Klärung auf?
Im ersten Teil des Bandes stehen Grundsatzfragen bis hin zu den entsprechenden Lehrerkompetenzen im Zentrum. Die Beiträge des zweiten Teils haben einen bibeldidaktischen Schwerpunkt. Das dritte Kapitel schließt mit Praxisbeiträgen ab und zeigt die Notwendigkeit einer Verzahnung von Theorie und Praxis auf. Dabei kommen evangelische und katholische Perspektiven zur Sprache.
114 Seiten
Preis: 9,80 €
ISBN: 978-3-936420-41-8

Philipp STOELLGER, Thomas KLIE (Hg.):
Präsenz und Entzug - Ambivalenzen des Bildes
Tübingen: Mohr Siebeck 2011.

Bilder sind von einer Performanz und Energie, die gefährlich werden  kann, zumal in religiösem Kontext. Religionen des Wortes geraten mit ihren Versionen des Bilderverbots in Konflikte in der globalisierten Bilderwelt neuer Medien. Derartige ›iconoclashs‹ zeigen einen dringenden Bedarf an bildtheoretischer Kompetenz, zu deren Bildung dieser Band beitragen soll. Untersucht wird pars pro toto die bildtheoretische Streitfrage, ob und inwiefern Bilder als Formen der Intensivierung von Präsenz wirken (analog zum Sakrament) – oder ob sie vielmehr Präsenz zerstreuen oder gar gefährden. Sind sie Formen erfüllter Gegenwart oder wirken sie gegenläufig? Die Ambivalenzen von Bildwirkungen und -gebrauchsweisen geben Gründe zu Bilderstreiten, zu deren Schlichtung die hier vorliegenden Studien hilfreich sein dürfen.
Mit Beiträgen von:
Heinrich Assel, Günter Bader, Cornelius Borck, Brigitte Boothe, Gerd Folkers, Arne Grøn, Klaus Hock, Klaus Sachs-Hombach, Jörg Huber, Antje Kapust, Thomas Klie, Martina Kumlehn, Hannes Langbein, Dieter Mersch, Michael Moxter, Thomas Nocke, Michaela Ott, Eckart Reinmuth, Stephan Schaede, Heidrun Schumann, Philipp Stoellger, Bernhard Waldenfels, Samuel Zinsli
Tübingen: Mohr Siebeck 2011. (Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie).
Ca. 560 Seiten
Preis: 90,00 €
ISBN 978-3-16-150821-9

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN, Ralph KUNZ, Thomas SCHLAG (Hg.):
Lebenswissenschaft Praktische Theologie?
Berlin: deGruyter 2011.

Religion als kulturelles Deutungssystem ist ohne Bezug zum Phänomen „Leben“, das sich in unterschiedlichsten Lebensstilen artikuliert und darstellt, nicht denkbar. Dass Leben im Vollzug immer schon vorausgesetzt ist, drängt in religiöse Deutungen. Die brisante Dynamik der Entwicklungen auf den Gebieten der als ‛life-sciences’ apostrophierten Wissenschaften führt jedoch zu bedeutsamen Veränderungen in der kulturellen Wahrnehmung und Deutung des Lebens, die auch in theologischer Perspektive neue Interpretationsbemühungen fordern. Dieser Herausforderung stellt sich der vorliegende Band.
Berlin: deGruyter 2011.
351 Seiten
Preis: 99,95 €
ISBN  978-3-11-024767-1

Kristian FECHTNER/Thomas KLIE (Hg.)
Riskante Liturgien. Gottesdienste in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit
Stuttgart: Kohlhammer 2011

Ereignisse, Situationen und Erfahrungen, die das Gemeinwesen bestimmen, werden gottesdienstlich begangen. Bei genauerem Hinsehen überrascht, in welch hohem Maße in der "postsäkularen Gesellschaft" (Jürgen Habermas) Gottesdienste zu gesellschaftlich relevanten Anlässen gefeiert werden: Tsunami, Erfurt und Winnenden, Einweihung des Berliner Hauptbahnhofs und Tag der Deutschen Einheit – Krisensituationen und Staatsakte drängen in eine gottesdienstliche Darstellung und Deutung. Zugleich prägen sie die liturgischen Formen einer Gottesdienstkultur, in der die Kirche öffentlich Präsenz zeigen soll. In diesen "riskanten Liturgien" wächst der Kirche die zivilreligiöse Aufgabe einer öffentlichen Trauer- und Deutungsarbeit zu: Sie erfordern eine flexible, kooperative und situativ angemessene Gestaltung; sie machen damit die Komposition liturgischer Formen zu einem riskanten Unterfangen; sie zeigen, wie die Liturgie wieder zu sich selbst kommt, nämlich als ein "öffentlicher Dienst" der Kirche im säkularen Staat.
Stuttgart: Kohlhammer 2010
Preis: 27 €
184 Seiten
ISBN: 978-3-17-021373-9

Martina KUMLEHN/ Thomas KLIE (Hg.)
Protestantische Schulkulturen. Profilbildung an evangelischen Schulen
Stuttgart: Kohlhammer 2011

Evangelische Schulen sind zu einer festen Größe innerhalb des deutschen Schulsystems geworden. Nach einer sprunghaften Expansionsphase vor allem in Ostdeutschland stehen diese Schulen derzeit vor der Aufgabe einer intensivierten Selbstvergewisserung. Je länger je mehr müssen evangelische Schulen ihr besonderes Profil pädagogisch und theologisch ausweisen können. Die Qualifizierung von Lehrkräften ist in diesem Zusammenhang ebenso wichtig wie die Formulierung von Bildungsstandards, die Gestaltung des Schullebens und die Herausbildung einer kenntlichen und christlich angemessenen Schulkultur. Nur über eine umfassende Profilbildung können Schulen in evangelischer Trägerschaft als Form eigener Repräsentanz in Kirche und Gesellschaft begriffen werden. Der Band "Protestantische Schulkulturen" soll diesen Prozess unterstützen.
Stuttgart: Kohlhammer 2011
Preis: 34,90 €
441 Seiten
ISBN: 978-3-17-021543-6

Thomas KLIE:
Fremde Heimat Liturgie. Ästhetik gottesdienstlicher Stücke.
Praktische Theologie Heute Bd. 104.
Stuttgart: Kohlhammer 2010

Liturgie ist en vogue. Das Bewusstsein für religiösen Ausdruck ist spürbar gestiegen. Christliche Religionspraxis gewinnt Profil, wenn sie erkennbar in Form gebracht wird. Übungen zur "liturgischen Präsenz" gehören in den Predigerseminaren zum Pflichtprogramm, das Abendmahl wird zum selbstverständlichen Bestandteil protestantischer Gottesdienste und Tagzeitengebete erleben eine unerwartete Renaissance. Auch die gesellschaftliche Öffentlichkeit scheint zunehmend sensibler zu werden im Blick auf religionsästhetische Fragen. Damit geraten der Öffentlichkeitscharakter und die kulturelle Bedingtheit von Liturgie ins Blickfeld. Was trägt das liturgische Formenspiel aus zur Deutung spätmoderner Kultur? Und wo verhelfen Kulturformen zu einem vertieften Verständnis der Liturgie? Der Gang durch den Sonntagsgottesdienst führt an einzelnen liturgischen Stücken entlang und hebt ihren religionsästhetischen Eigensinn hervor. Die gottesdienstlichen Etüden stehen in der Tradition semiotischer Liturgik.
Stuttgart: Kohlhammer 2010
Preis:  29,80 €
Seiten 223
ISBN 978-3-17-021028-8

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN, Ralph KUNZ (Hg.):
Praktische Theologie des Alterns.
Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs – Practical Theology in the Discourse of the Humanities (PThW Bd. 4)
Berlin/New York: deGruyter 2009

Der demographische Wandel und seine gesellschaftlichen Konsequenzen haben die gerontologische Forschung in den Fokus des gegenwärtigen interdisziplinären Wissenschaftsdiskurses gerückt. In der Praktischen Theologie spiegelt sich diese Entwicklung bisher vor allem in Überlegungen zur Seelsorge und zur Bildungsarbeit mit Seniorinnen und Senioren. Das Spannungsfeld von „Best Ager“ auf der einen und der wachsenden Zahl dementer Hochaltriger auf der anderen Seite beschäftigt beide Disziplinen.
Dieser Band überwindet diese Partikularität. In direkter Auseinandersetzung mit gerontologischen Grundsatzdiskursen werden zentrale Aspekte des Alterns wie z.B. Leiblichkeit, Weisheit, Erinnerung, Zeitwahrnehmung, Generation, Orte und Medienwirklichkeit reflektiert. Im Durchgang durch die einzelnen praktisch-theologischen Disziplinen werden Impulse für eine gesteigerte Deutungs- und Handlungskompetenz hinsichtlich der Wahrnehmung des Alterns entfaltet.
Berlin/New York: deGruyter 2009
Gebunden: 98,00 €
617 Seiten
ISBN: 978-3-11-021280

Thomas KLIE, Silke LEONHARD (Hg.):
Performative Religionsdidaktik. Religionsästhetik – Lernorte – Unterrichtspraxis.
Stuttgart: Kohlhammer 2008.

Die Performative Religionsdidaktik wird derzeit in Theorie und Praxis breit rezipiert. "Performativ" steht für eine breite Palette möglicher Unterrichtsinszenierungen: die Darstellung von Sprechakten, die Gestaltung theatraler oder ritueller Handlungen sowie die Verkörperung von Botschaften bei der Lektüre oder bei der Textproduktion.
Dieser Band führt umfassend in das Konzept der Performativen Religionsdidaktik ein: Neben theoretischen Beiträgen zu Performanz und Bildung werden verschiedene Lernorte und Erschließungsperspektiven diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf den vorgestellten Unterrichtsentwürfen, die zur eigenen Umsetzung anregen.

Prof. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie an der Universität Rostock.
Dr. Silke Leonhard ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt/Main und Studienrätin an einem Gymnasium in Hannover.
Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2008
Preis: 28,00 €
238 Seiten
ISBN 978-3-17-020562-8

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN (Hg.):
Aging – Anti-Aging – Pro-Aging. Altersdiskurse in theologischer Deutung.
Stuttgart: Kohlhammer 2008.

Altern ist nicht nur ein medizinischer und sozialer Vorgang – es verlangt ein hohes Maß an Deutungsarbeit. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zeigen, welche Impulse und Grundlagen das weite Spektrum theologischer Deutung – quer durch alle Teildisziplinen – für einen konstruktiven Umgang mit dem Alter und seinen Herausforderungen bietet. Sie gehen dabei folgenden Fragen nach: Welche religionsgerontologischen Probleme bestimmen theologisches Nachdenken über das Altern? Wie lässt sich Altern systematisch-theologisch deuten? Welche Impulse bieten die großen biblischen Erzählungen zur Wahrnehmung des Alters? Wie lassen sich religions- und kulturhermeneutische Erkenntnisse zum Altern praktisch-theologisch fruchtbar machen? Wie kann die Diakonie auf differenzierte Prozesse des Alterns reagieren?
Prof. Dr. Martina Kumlehn lehrt Religionspädagogik, Prof. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie – beide an der Theologischen Fakultät an der Universität Rostock.
Stuttgart: Kohlhammer Verlag 2009
Preis: 26,00 €
235 Seiten
ISBN 978-3-17-020570-3

Thomas KLIE (Hg.):
Performanzen des Todes. Neue Bestattungskultur und kirchliche Wahrnehmung.
Stuttgart: Kohlhammer 2008.
Schon seit längerem schwindet das Bewusstsein vom Öffentlichkeitscharakter des Todes. Das zunehmende Diskretionsbedürfnis verändert die tradierte Sepulkral-kultur. Werden aber zugängliche Grabstellen, öffentliche Feiern und identifizierbare Inschriften nicht mehr gewollt dann büßt der Todesfall mehr und mehr seinen Zeichencharakter ein.
Als Gegenbewegung dazu etabliert sich ein gesteigertes Inszenierungsbedürfnis. Durch den Verlust des kirchlichen Ritenmonopols kommen mehr und mehr popkulturelle Deutungen des Ablebens zur Darstellung. Die Medien verstärken spürbar das Interesse an alternativen Bestattungsformen. Neue Orte abseits der Friedhöfe entstehen, wie etwa Friedwälder oder Columbarien. Der Friedhofszwang lockert sich, Urnen werden zur „Mobilie". Im Internet bildet sich eine alternative Form mediatisierter Trauer.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes wollen prognostische Deutungen der gegenwärtigen Entwicklungen liefern. Im geschärften Blick auf den Wandel und die Pluralisierung der Bestattungskultur werden Herausforderungen und Ansatzpunkte für eine erneuerte kirchliche Praxis sichtbar.
Kohlhammer 2008
Preis: 28,00 €
233 Seiten
ISBN  978-3-17-020164-4

Thomas SCHLAG, Thomas KLIE, Ralph KUNZ (Hg.):
Ästhetik und Ethik. Die öffentliche Bedeutung der Praktischen Theologie.
Zürich: TVZ, 2007.

Praktische Theologie zeichnet sich in ihren gegenwärtigen Theoriebildungen und aktuellen Schwerpunktsetzungen durch unterschiedlichste interdisziplinäre Diskursbezüge aus. Ist sie damit noch als profilierte Deutungswissenschaft von Christentumspraxis und gelebter Religion identifizierbar? Bedarf es zu ihrer öffentlichen Relevanz womöglich erneut eines einheitsstiftenden Paradigmas? Ethische und gesellschaftliche Fragestellungen rücken infolge ästhetische orientierter Deutungskategorien in den Hintergrund. Zugleich sind Tendenzen zu einer einseitig individualitätsbezogenen Deutungspraxis und innerkirchlichen Emigrationsbewegung zu beobachten.
Die Beiträge des Bandes erschliessen das Verhältnis von  «Ästhetik und Ethik» im Selbstverständnis der Teildisziplinen der Praktischen Theologie sowie im Horizont ihrer öffentlichen Relevanz. Eröffnet werden Perspektiven für die zukünftige praktisch-theologische Theoriebildung in der gesellschaftlichen und religiösen Pluralität der Gegenwart sowie für die universitäre Ausbildung und kirchliche Praxis.
Theologischer Verlag Zürich, 2007
Preis: 24,80 €
219 Seiten
ISBN  978-3-290-174408

Thomas KLIE (Hg.):
Valentin, Halloween & Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis.
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2006.

Ob Weihnachten, Ostern oder Pfingsten - christliche Feste strukturieren das Jahr. Doch mit Valentinstag, Halloween und Co. sind Feierlichkeiten hinzugekommen, die stark in unseren Alltag hineinwirken. Woher kommen diese Feste? Wie, seit wann und warum werden sie gefeiert?
Die Autorinnen und Autoren des Buches geben Antworten auf diese Frage und bieten Impulse und Materialien für die religionspädagogische Arbeit
Valtentinstag, Karneval, 1. Mai, Muttertag, Vatertag, Einschulung, Schützen- und andere Volksfest, Halloween, Weihnachtsmärkte, Silvester.
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2006
Preis: 16,80 €
250 Seiten
ISBN- 10: 3-374-02418-1
ISBN- 13: 978-3-374-02418-6

Bärbel HUSMANN, Thomas KLIE:
Gestalteter Glaube. Liturgisches Lernen in Schule und Gemeinde. TLL Thema.
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2005.

Religion ist Praxis: Handeln, Gestalten, Begehen. Wenn nicht Alltag, so doch „Sonntag". Nur so kann sie auch unterrichtlich vermittelt werden. Wie beten Christen, welche Gestalt hat ein Gottesdienst, was geschieht bei Abendmahl, Taufe, Beerdigung? Ein Blick in die aktuellen Lehrwerke für das Fach Religion zeigt, dass die Gebetshaltungen der Muslime und die Sabbat-Gebräuche der Juden anschaulich präsentiert sind. - Die Christen aber hätten nichts als Worte!?
Das Buch nimmt die Scheu davor, christliche Glaubenspraxis im Unterricht anschaulich zu machen. Es erklärt die alltags- und lebensbegleitenden Rituale der Kirche und gibt praktische Anregungen zur Begegnung mit gelebter Religion im Klassenzimmer. Dabei geht es um Erprobungen, nicht um die heilige Handlung in ihrer Unverfügbarkeit.
Die Autoren
Bärbel Husmann ist Dozentin am Religionspädagogischen Institut Loccum. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie an der Universität Rostock.
Vandenhoeck und Ruprecht 2005
Preis: 23,90 €
203 Seiten
ISBN   3-525-61557-4

Thomas KLIE, Silke LEONHARD (Hg.):
Schauplatz Religion. Grundzüge einer Performativen Religionspädagogik.
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 22006 [12003].

Religionsunterricht ist ein leibhaftes und raumgreifendes Geschehen. Religiöse Inhalte gibt es nur in gestalteten Formen: Lerngegenstände werden gemeinsam eingeordnet, Ausdruckshandlungen hervorgebracht, Zeiträume wahrgenommen und Denkbewegungen vollzogen. Religiöse Lernprozesse kommen durch Körperhaltungen und vorgehaltene Räume praktisch „in Form" - sie stellen in dramaturgischer Perspektive ein performatives Geschehen dar.
Das Anliegen dieses Sammelbandes ist, Unterricht als „Performance", als didaktische Inszenierung von Leib und Raum zu betrachten. Hierbei treffen didaktische und liturgische Zugänge auf phänomenologische, raumtheoretische und rezeptionsästhetische Sichtweisen. Die theoretischen Reflexionen werden anhand von unterrichtspraktischen Beispielen konkretisiert.
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2003, 2. Auflage 2006
Preis: 28,00 €
346 Seiten
ISBN 3- 374-02093-3

Thomas KLIE:
Zeichen und Spiel. Semiotische und spieltheoretische Rekonstruktion der Pastoral­theologie. (Habil.-Schr.) Praktische Theologie und Kultur Bd. 11.
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2003.

Kirchliche Praxis – ein Spiel? Was hier sonderbar klingt, erschließt Thomas Klie zu einer plausiblen Theorie pastoraler Handlungsvollzüge: Gottesdienst und Predigt, Unterricht und Seelsorge sind „Spiele“ – regelgeleitetes Tun auf Zeit, die das Evangelium in unterschiedlicher Weise in Zeichen in Szene setzen. Unter Rückgriff auf anthropologische Spieltheorien von J.Huizinga, E.G.Craiug und J.Piaget sowie die Semiotik U.Ecos gelingt es diesem werk, die Teildisziplinen der Praktischen Theologie – Liturgik, Homiletik, Poimenik und Religionspädagogik – einander neu zuzuordnen und füreinander durchlässig zu halten.
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2003.
Preis: 34,95 €
Seiten 505

Bernhard DRESSLER, Thomas KLIE, Carsten MORK (Hg.):
Konfirmandenunterricht. Didaktik und Inszenierung.
Hannover: Lutherhaus, 2001.

„ Der Konfirmandenunterricht ist ein didaktisches Geschäft.“
Diese Erkenntnis des protestantischen » Kirchenvaters« und Pädagogen Friedrich Schleiermacher droht heute in Vergessenheit zu geraten. In dieser genuin protestantischen Bildungsveranstaltung geht es nicht nur um pädagogische Kunstgriffe. Sie muss vielmehr als umfassendes Lehr-Lern-Gefüge erfasst werden, in dem vier Ebenen der Didaktik – Deskription, Präskription, Analyse und Planung – als eine nicht zu trennende Einheit erscheinen. Die Didaktik des Konfirmandenunterrichts umfasst mehr als nur die Summe ihrer Teile. Dieser Band misst den didaktischen Ort der kirchlichen Unterweisung neu aus. Es werden theologische, liturgische, pädagogische und methodische Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zueinander in Beziehung gesetzt. Das besondere Augenmerk gilt dabei dem Begründungshorizont und der Verhältnisbestimmung von Form und Inhalt.
Lutherisches Verlagshaus Hannover, 2001
Preis: 24,54€
392 Seiten
ISBN  3-7859-0832-6

Thomas KLIE (Hg.):
Darstellung und Wahrnehmung. Religion im medialen Crossover.
Münster: Lit-Verlag, 2000.

Als deutungsbedürftiges Geschöpf beginnt der nachmoderne Mensch sich erst langsam daran zu gewöhnen, dass ihm keine beobachterunabhängige Realität mehr zuhanden ist. Wenn aber letztlich alles zum Zeichen wird, was garantiert dann die Verlässlichkeit der sprachlichen und reflexiven Bezugnahmen auf Wirkliches? Was verleiht unseren Bildern von Welt Wahrheit? – Die in diesem Band versammelten Beiträge stellen sich in sehr unterschiedlicher Weise diesen Fragen. Sie stehen allesamt in gewisser Spannung zu Hermann Timms kategorischem Verdikt, nach dem von der akademischen Theologie zur Pragmatik des Mediengeschäfts nur wenig zu erwarten ist.
Münster: Lit-Verlag, 2000.
Preis: 20,90 €
264 Seiten 

Thomas KLIE:
Verheißung vergegenwärtigen im Berufsschul-Religionsunterricht. Eine didaktisch-theolo­gische Grundlegung. (Diss.) Arbeiten zur Praktischen Theologie Bd. 14.
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2000.

Die Berufsbildenden Schulen sind das komplexeste, nach Schülerzahlen knapp hinter der Grundschule größte, zugleich aber auch am wenigsten bekannte schulische Bildungssystem der Bundesrepublik. Etwa zwei Drittel eines Altersjahrganges schließen eine Ausbildung im dualen System ab. Die Zugehörigkeit des Religionsunterrichts zum Fächerkanon markiert dabei eine latente Konfliktzone, steht diese Schulform doch vorrangig unter einer direkten Gebrauchswertotientierung. DIe im Buch entwickelte Konzeption will dagegen dem Religionsunterricht in der Berufsschule zu einem identifizierbaren pädagogischen Ort verhelfen, indem sie die "Verheißung" als didaktische Erschließungskategorie ins Spiel bringt. Der Autor rekonstruiert dabei ein Unterrichtsmodell, bei dem Erfahrungen jugendlicher Berufsschüler und evangelische Religion sich gegenseitig erschließen. In Verheißungen (lebensweltlichen wie biblischen) kann Religion beim Wort genommen und auf ihre Lebensdienlichkeit hin befragt werden. Die Arbeit wurde von der Georg-August-Universität Göttingen als Dissertation angenommen.

Thomas KLIE (Hg.):
Spiegelflächen. Phänomenologie – Religionspädagogik – Werbung.
Münster: Lit-Verlag, 1999.

Die Pluralisierung religiösen Zeichengebrauchs hat ein ganze Reihe von neuen Deutungsspielen eröffnet. In ihnen spielt die Wahrnehmung von Oberflächen eine entscheidende Rolle. Das Subjekt sieht sich konfrontiert mit einer bunten Vielfalt lokaler Rationalitäten, die sich unabhängig voneinander, gegeneinander oder ineinander im Modus der Präsentation Anerkennung verschaffen. Oberflächen-Phänomene erlangen eine das kommunizierende Subjekt orientierende Relevanz. Eine Religionspädagogik, die ihr Aufmerken auf  religiöse Referenzen in der Werbung richtet – also auf bestimmte Erscheinungsformen „schön inszenierter“ Religion- wird auf ästhetischem, phänomenologischem bzw. semiotischem Wege ihre Gegenstände zu erschließen haben. Die in diesem Band abgedruckten Beiträge bringen in je unterschiedlicher Weise zum Ausdruck, dass die an den Rändern einer ästhetischen Erfahrung aufbrechenden religiösen Fragen auf eine theologisch reflektierende Hermeneutik drängen.
Lit Bd. 6, 1999
Preis: 20,90 €
256 Seiten
ISBN 3-8258-4566-4

Thomas KLIE (Hg.):
Der Religion Raum geben. Kirchenpädagogik und religiöses Lernen.
Münster: Lit-Verlag, 32003 [11998].

Mit Beiträgen von
B. Dressler, Chr. Grethlein, M. Josuttis; Th. Klie, Chr. Kürschner, G.M. Martin, A. Mertin, H.G. Soeffner, K. Raschzok, Chr. Ricker
Lit Bd. 3, 2003,
Preis: 17,90 €
176 Seiten
ISBN   3-8258-3723-8

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  1. Darstellung und Wahrnehmung kirchlicher Praxis (Pastoralästhetik)
  2. Untersuchungen zur spätmodernen Religionskultur und Religionshybride (theol. Kulturhermeneutik)
  3. Formen zivilreligiöser und liturgischer Performanz (Spieltheorie)
  4. Sepulkralkultur

Projekte

Märkte des Besonderen. Religionshybride Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern (DFG: KL 1294/5-1)

Prof. Dr. Th. Klie / Praktische Theologie, Prof. Dr. P. A. Berger / Makrosoziologie, Prof. Dr. K. Hock / Religionsgeschichte – Religion und Gesellschaft

In diesem Projekt soll unter Rückgriff auf die Ergebnisse des Vorgängerprojekts »Religionshybride« das »erweiterte religiöse Feld« (Bourdieu) im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern rekonstruiert werden, dem die drei signifikanten Bereiche »Heilung und Heil«, »Ökologie und Spiritualität« sowie »Kunsthandwerk und spirituelle Kunst« zuzurechnen sind. Dieses Feld konstituiert und organisiert sich als soziale Praxis über netzwerk- und marktförmige Formen der Vergemeinschaftungen und Vergesellschaftungen und »Märkte des Besonderen«. Diese Märkte und die zugehörigen Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung können auch religiöse Kommunikationen eröffnen, stabilisieren oder verstärken. Religionshybride Dienstleistungen und symbolisch aufgeladene Artefakte werden dabei als »singuläre Produkte« gehandelt, die einer externen Bewertung bedürfen.
Glauben und Vertrauen sorgen hier für Vorhersehbarkeit und die Möglichkeit eines kontinuierlichen Austauschs. Diese besonderen (Markt-)Mechanismen wurzeln in symbolischen Systemen, die Wissen und Überzeugung verbinden. Als Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung repräsentieren bestimmte Netzwerke und Expert(inn)en die sozialen und kulturellen Möglichkeitsbedingungen solcher spezifischen »Märkte des Besonderen«.
Durch diesen Zugriff werden Beschränkungen (neo-)klassischer, ökonomischer Marktvorstellungen transformiert und überwunden. Um diese Austauschprozesse erfassen zu können, soll hier neben religionssoziologischen Ansätzen (H. Hervieu-Léger) vor allem auf neuere wirtschaftssoziologische Konzepte (L. Karpik) zurückgegriffen werden. Neben Fragen nach den „äußeren“ Struktur- und Stabilitätsbedingungen von Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung ergeben sich in religionswissenschaftlicher Perspektive weiterführende Fragestellungen zur internen Strukturierung dieses erweiterten religiösen Felds, die in den drei genannten Bereich mithilfe netzwerkanalytischer Methoden sowie mithilfe leitfadengestützter Interviews und teilnehmender Beobachtungen untersucht werden sollen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, die Förderungssumme beläuft sich auf etwa 500.000 EUR.
www.wiwi.uni-rostock.de/maerkte-des-besonderen/

 

Deutungsmacht. Religion und belief systems in Deutungsmachtkonflikten (DFG-GRK 1887)

Prof. Dr. Peter A. Berger, Prof. Dr. Yves Bizeul, Prof. Dr. Judith Gärtner, Prof. Dr. Heiner Hastedt, Prof. Dr. Klaus Hock, Prof. Dr. Thomas Klie, Prof. Dr. Martina Kumlehn, Prof. Dr. Gesche Linde, Prof. Dr. Gesa Mackenthun, Prof. Dr. Stephanie Wodianka

Wie entsteht, ‚funktioniert‘ und vergeht Deutungsmacht, exemplarisch im Kontext von Religion und belief systems? Anhand signifikanter Deutungsmachtkonstellationen und -konflikte soll Deutungsmacht in Genese und Geltung sowie in Geschichte und Gegenwart untersucht werden, um zu klären: Was für eine Form oder Dimension von Macht ist Deutungsmacht? Was für Macht haben oder entwickeln Deutungen (von Religionen bzw. ihren Vertretern, Institutionen, Amtsinhabern oder ‚Charismatikern‘, Diskursen oder Dispositiven etc.)? Wann und warum werden sie anerkannt oder nicht mehr?Deutungsmacht ist im Normalfall bereits anerkannt und gilt fraglos, indem ihr gefolgt wird (z.B. Jesus, Schrift, Grundrechte). Wie sie entstand und warum ihr gefolgt wird, bleibt entweder unthematisch (latent) oder wird u.a. in Narrationen wie Mythen oder biblischen Texten explizit. Um das zu verstehen, ist der liminale Ausnahmefall der Genese einer Deutungsmacht(-ordnung) retrospektiv zu untersuchen. Der Normalfall wird in beschleunigten und pluralisierten Gesellschaften problematisch (Krise der Kirchen, des Schriftprinzips, der Sittlichkeit etc.). Der Konfliktfall wird manifest in Deutungsmachtkonflikten (wie Regel- oder Ordnungskonflikten): Der Anspruch einer Deutung auf Anerkennung und Geltung wird explizit und begründungsbedürftig im Streit verschiedener Deutungen um Macht. In den exemplarischen Projekten sollen daher Interferenzen von Semantik (der Deutungen) und Struktur analysiert werden (Ordnungen, Dispositive). Die gesellschaftliche Relevanz des Projektes besteht in der Differenzierung des Verstehens kultureller Deutungsmachtkonflikte, das der Verständigung und Bearbeitung derselben förderlich werden kann. Diese hermeneutische Kompetenz muss auch kritisch sein, um die Grenzen von Deutungsmacht/-ansprüchen (wie auch des Konzepts Deutungsmacht) bestimmen zu können.
www.deutungsmacht.uni-rostock.de

 

Kirchenkolumbarien – eine empirische Studie zum Nutzungsverhalten am Beispiel der evang. Nazareth-Kirche/Hannover-Südstadt, St. Martin/ Hoheneggelsen, St. Ludgeri/ Wolfsburg-Ehmen sowie der kathol. Hl. Herz Jesu Kirche/Hannover-Misburg

Prof. Dr. Thomas Klie /Dr. Sieglinde Sparre, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Theologische Fakultät

Rostock Ziel dieser Untersuchung ist es, Aufschlüsse über Motive der Rezipientinnen und Rezipienten der vier niedersächsischen Kirchenkolumbarien und deren Nutzungsverhalten zu erlangen. Gefragt werden soll nach den individuellen Beweggründen für diese exponierte sepulkrale Option.
Im Rahmen eines mehrperspektivischen Zugriffs sollen parallel auch die Träger dieser vier Kirchenkolumbarien nach ihren Erfahrungen mit den Angehörigen bzw. Interessenten sowie Gemeindeglieder aus den betreffenden Kirchengemeinden nach ihrer Wahrnehmung des Kirchenkolumbariums befragt werden.
Neben drei Kirchenkolumbarien in evangelischer Trägerschaft sollen (als Kontrollgruppe) auch die entsprechenden Zielgruppen eines Kolumbariums in katholischer Trägerschaft befragt werden.
Die Untersuchung ist auf 6 Monate angelegt. Projektbeginn: 1.3.2017.
Gefördert wird diese Studie von der Hanns-Lilje-Stiftung Hannover (www.lilje-stiftung.de) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Abgeschlossene Projekte

Religionshybride – Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern (DFG: KL 1294/4-1)

Prof. Dr. Thomas Klie / Praktische Theologie (Sprecher), Prof. Dr. Klaus Hock / Religionsgeschichte; Prof. Dr. Peter Berger / Makrosoziologie

Gegenstand des Forschungsvorhabens sind religionshybride Ausdrucksge­stalten, die sich im Kontext des Phänomenbereichs Kirchbauvereine, Gutshausve­r­eine und alternative Gemeinschaften zeigen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit sich um bestimmte symbolische Orte im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns (Dorfkirchen, Guts­häuser, ehe­malige LPG-Anlagen u.a.) eine hybride Kultur religionsaffiner, religionsäquivalenter oder explizit religiöser Szenen performiert.
In den Blick kommen vor allem Formen posttraditionaler Vergemeinschaftung und Vernetzung, all­tagsästhetische Formgebungen, Festkultur und „Events“ (z.B. Hoffeste), Wert­haltun­gen und Motive.
Der gemeinsame Ge­genstandsbereich soll dabei unter dem mehrperspektivischen Zugriff von Praktischer Theologie, Religionswissenschaft und Soziologie beleuchtet werden. Dieser Gegenstandsbereich wird auf die Muster subjektiver Sinngebungen und die Logik einer gemeinsam geteilten performativen Praxis hin befragt, ohne die Konsistenz einer positiven Religion vorauszusetzen. Zu untersuchen sind dabei religiöse Sinnsichten, die nicht bzw. nicht mehr im Zentrum der kulturellen Wahrnehmung ste­hen und sich in bestimmte Szenen verlagern bzw. dort neu erwachsen.

Laufzeit: 36 Monate; Fördervolumen insges. ca. 400.000 EUR
www.religionshybride.de

Das Projekt wurde im Dezember 2013 abgeschlossen. – Die Ergebnisse sind in den beiden Bänden publiziert worden:
Peter A. Berger, Klaus Hock, Thomas Klie (Hg.): Hybride Religiosität – posttraditionale Gemeinschaft. Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Rostocker Theologische Studien, Bd. 26, Münster: Lit 2014
Berger, Peter A. / Hock, Klaus / Klie, Thomas (Hg.): Religionshybride. Religion in posttraditionalen Kontexten. Heidelberg: Springer-Verlag 2013.

 

„Gestaltqualität“ des religiösen Unterrichts. Didaktische Bedingungen symbolischer Kommunikation

Hier geht es darum, die semantischen Gehalte religiöser Kommunikation stärker als bisher vermit­tels ihrer performativen Inszenierungsmuster zu erschließen. Wie weit kann unter posttraditionalen Bedingungen im kirchlichen und schulischen Unterricht Religion in ihren genuinen, über wort­sprach­liche Muster hinausgehenden Formen zu Darstellung kommen?
In einer empirischen Studie werden konkrete Stundenverläufe im Konfirmanden- und Religionsunterricht videographisch aufgezeichnet und analysiert. Dieses Projekt zur Unterrichtsforschung wird in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Dressler/Theologische Fakultät, Universität Marburg durchgeführt.
Das Projekt ist im März 2012 abgeschlossen worden - die Ergebnisse sind publiziert worden in dem Band:
Bernhard Dressler / Thomas Klie / Martine Kumlehn: Unterrichtsdramaturgien. Performanz als deskriptive Kategorie der Analyse von Religionsunterricht. Stuttgart: Kohlhammer 2012.

 

Riskante Liturgien

Wenn Katastrophen oder andere Ereignisse eintreten, die die Gesellschaft als ganze bewegen, dann werden in aller Regel große öffentliche Gottesdienste gefeiert, um die Trauer und die Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Es überrascht, in welch hohem Maße in der "postsäkularen Gesellschaft" (Jürgen Habermas) Gottesdienste zu gesellschaftlich relevanten Anlässen gefeiert werden: Tsunami, Erfurt und Winnenden, Einweihung des Berliner Hauptbahnhofs und Tag der Deutschen Einheit – Krisensituationen und Staatsakte drängen in eine gottesdienstliche Darstellung und Deutung. Zugleich prägen sie die liturgischen Formen einer Gottesdienstkultur, in der die Kirche öffentlich Präsenz zeigen soll. In diesen "riskanten Liturgien" wächst der Kirche die zivilreligiöse Aufgabe einer öffentlichen Trauer- und Deutungsarbeit zu. Eine Arbeitsgruppe der Liturgischen Konferenz der EKD hat hierzu 2 Jahre gearbeitet; 2011 ist das Projekt mit einer Publikation abgeschlossen worden.
Kristian Fechtner / Thomas Klie (Hg.): Riskante Lituirgien. Gottesdienste in der gesellschaftlichen Öffebntlichkeit. Stittgart: Kohlhammer 2010.

 

Anlässe und Gestalt des zivilreligiösen Festtagskalenders

Untersucht werden sollen die Ausdifferenzierungsprozesse nach-christlicher Zeitwahrnehmung anhand der zivilreligiösen Festtags­kultur. Wo und in welcher Weise verlagert sich die Deutungs­kraft kirchen­jahres­zeitlicher Sinngebungen auf andere Feiern wie z.B. Valentinstag, Halloween und Silvester?
Dazu ist bereits erschienen: Thomas Klie (Hg.): Valentin, Halloween und Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis. Evangelische Verlagsanstalt: Leipzig.
Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit der Arbeit des Ausschusses der Liturgischen Konferenz „Öffentliche Liturgien“.
Das Projekt ist 2006 abgeschlossen worden - die Ergebnisse sind publiziert worden in dem Band:
Thomas Klie (Hg.): Valentin, Halloween & Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2006.

Mitgliedschaften

Mitgliedschaften

  • Liturgische Konferenz (Sachverständiger und Mitglied im Ausschuss „Erinnerungskasualien“) (LK)
  • tellvertretender Institutssprecher des Instituts für interdisziplinäre Bildforschung (IFIb)
  • Stellvertretender Institutssprecher im Institut für Text und Kultur (ITK)
Promovendinnen/ Promovenden

Promovendinnen/ Promovenden

Sabine Zorn
(Pfarrerin i.R., bis 2015 Studienleiterin am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Villigst)

eszet(at)imail.de
„Eines Christen Handwerk ist beten – Der Ort des Stundengebetes in der evangelischen Gottesdienstlandschaft“
Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass das Stundengebet – bislang nur in Klöstern und geistlichen Gemeinschaften gepflegt – in die protestantische Bildungs- und Tagungskultur einwandert. Auch an anderen Orten wie dem Kirchentag oder in Citykirchen ereignet sich ein Rückgriff auf diese nicht-diskursive Form der Kommunikation des Evangeliums. Das Verhältnis von Kontemplation und Diskurs wird neu austariert und muss daher auch diskutiert werden. Ziel der Arbeit ist neben der Beschreibung der Geschichte des Stundengebetes und seiner momentanen Wiederentdeckung im Protestantismus die Einordnung dieses Phänomens in die aktuelle praktisch-theologische Diskussion um das Verhältnis von Liturgik und Homiletik sowie die Entwicklung von Kriterien zu seiner Beurteilung.
 
Simone Ripke
(Diplomtheologin, Heusenstamm/Frankfurt)

simone.ripke(at)gmx.de
„Die poimenische Praxis von Bestattungsunternehmen und Trauerbegleitungsinstitute“
Heute werden Phänomene grundlegender Änderung bezüglich der gesellschaftlichen Behandlung mit Trauer offenbar. Angebote zur Unterstützung von Trauernden durch Bestatter, von Angehörigen insbesondere pädagogischer/soziologischer Berufe, bis hin zu Psychiatern oder Psychologen werden immer zahlreicher, ohne den Anspruch zu verfolgen, seelsorgerlich tätig zu werden. Man faßt sie in dem rechtlich ungeschützten Begriff "Trauerbegleiter" zusammen. Aber: Kann es Trauerhilfe ohne Seelsorge geben? - Die seelsorgerliche Praxis soll an Orten außerhalb der Kirche empirisch erforscht und im Hinblick auf theologische, insbesondere poimenische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen analysiert sowie diskutiert werden.
Exemplarisch stehen zwei Gruppen im Fokus. Zum einen fallen die Bestatter in diesem Kontext stark ins Auge. Zunehmend etablieren sie Trauerhilfe oder -begleitung als kostenfreies oder entgeltpflichtiges Angebot in ihr Dienstleistungsspektrum oder zieren damit "lediglich" ihre Werbebanner. Daneben bieten seit Kurzem vermehrt selbsternannte, zum Teil selbstständige Trauerbegleiter kostenpflichtig Hilfe für Trauernde an.
 
Florian Dieckmann
(Magister Artium, Berlin)

Florian.Dieckmann(at)berlin.de
„Der Bremer Radikalismus. Neubegründung von Religion um 1900“
Theologie kann ebenso wie Religionswissenschaft letztlich kaum auf einen validen Religionsbegriff verzichten. Mit der Beforschung von Religionshybriden hat die Theologische Fakultät der Universität Rostock in diesem komplexen Kontext bereits signifikante Arbeiten vorgelegt. Zu fragen ist im Sinne einer weiteren Präzisierung dieses nun vorliegenden Diskurses, ob der Begriff des Religionshybrids auch auf den "Bremer Radikalismus", ein Phänomen der Neubegründung von Religion um 1900, Anwendung finden kann. Am Beispiel dieses Vorhabens radikal kulturprotestantischer Pastoren, die sich als religiöse Profis und "Entrepreneure der Religion" im Anschluss an Ernst Haeckel auf die Suche nach einer "Religion der Zukunft" machten, gilt die Untersuchung der Bestimmung der Grenze zwischen Religion und Religionshybrid im bis heute aktuellen Spannungsfeld von "Christentum und Kultur".
 
Paula Stähler
(Pastorin und Kollegiatin im Graduiertenkolleg >>Deutungsmacht<</GKR 1887)

paula.staehler(at)uni-rostock.de
„Heil und Heilung im Deutungsmachtkonflikt von Religion und Medizin“
Im Rahmen des Forschungsprojektes soll geklärt werden, wie sich der Zusammenhang von Heil und Heilung auch als Konflikt um Deutungsmacht zwischen Medizin- und Religiossystem darstellt. In einem zentralen Bereich menschlichen Lebens - bei der Frage nach Gesundheit und Krankheit, Heilung und Wohlergehen - stehen sich verschiedene Systeme als machtwirksame Deutungsangebote gegenüber. In dem Maße, in dem sie auf dieselben Phänomene rekurieren und selbstverständliche Deutungen fraglich werden, graten die Systeme in Konflikt. Zum einen geht es in der Untersuchung um die Deutungen selbst, die unterschiedliche Akteure (ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen, HeilerInnen, PfarrerInnen, PatientInnen) von Krankheit und Krankheitsursachen, Gesundheit, Heilung und Heil haben. Zum anderen soll empirisch untersucht werden, ob und wie sich Religionszugehörigkeit bzw. religiöse Orientierungen in diesem Feld auswirken. Die Deutungen und ihre Wirkmächtigkeit zeigen sich sowohl in expliziten Semantiken als auch in der Performanz. Der Vorstellungszusammenhang "Heilung" geht etwa deutlich über einen medizinischen Begriff hinaus und ist für religiöse Deutungen offen. Im Blick auf die Performanz werden Fragen nach professioneller Zuständigkeit, nach der Trennung von Wirkbereichen oder nach der Rolle bestimmter Personen und Wirkmechanismen in den Plausibilitätsstrukturen von Rezipienten untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass sich komplexe Korrelationen nachweisen lassen, die sich etwa im Zusammenhang von Glaubensüberzeugungen und der Präferenz von Heilungsmethoden und Wegen der Medizin zeigen. Anzunehmen ist, dass Akzeptanz von oder Missbrauch gegen sog. Schul- oder Alterativmedizin auch auf Motiven beruhen, die religionstheoretisch interpretierbar sind.
 
Dirk Battermann
(Diplom-Theologe, Berlin)

info(at)dirkbattermann.de
„Bestattung ohne Gott. Praktisch-theologische Hermeneutik säkularer Trauerfeiern.“
Leben und Sterben enden mit dem Tod. An den Tod schließt sich die Abschiednahme in Form der Beisetzung an: es folgt die – zumeist christliche – Trauerfeier. Doch wie gestaltet sich die aktuelle Sepulkralkultur im urbanen Umfeld? Wie kommt es dazu, dass sich die Kasualie Bestattung in der heutigen Situation verselbständigt? In Berlin, der Stadt, in der Ost und West aufeinander treffen, verlassen immer mehr Christinnen und Christen die Kirche. Diese Menschen wollen ebenfalls beerdigt werden, aber nicht unbedingt von geistlich Redenden: Suchen ausschließlich die Konfessionslosen nach Alternativen zur christlichen Kasualie Bestattung oder auch Mitglieder christlicher Kirchen.
Die vorzulegende Arbeit will untersuchen, in welchem Rahmen Trauer- oder Grabredner, wie sie sich selbst bezeichnen, weltliche Trauerfeiern durchführen. Dazu sollen Trauerrednerinnen auf Trauerfeiern stichprobenartig begleitet werden. Anschließend erfolgt die empirische Auswertung dieser teilnehmenden Beobachtung: Bieten weltliche Trauerfeiern eine Alternative zur christlichen Trauerfeier? Gibt es Entsprechungen zur Auferstehung und dem Leben nach dem Tod in der weltlichen Trauerfeier? Haben diese Auferstehungsurrogate eine Trostfunktion? Spenden weltliche Trauerfeiern Trost?
 
Elisabeth Bacher
(M.A., Wien, Österreich)

bacher1(at)gmx.at
„Wallfahren/Pilgern zwischen kirchlicher Praxis und religiöser Wellness. Eine qualitative Untersuchung zur Mariazell-Wallfahrt (Österreich)“
Pilgern ist eine alte religiöse Praxis, die in den meisten Religionen der Welt gepflegt wird. In den letzten 20 Jahren wurde diese Spiritualitätsform u.a. durch die steigende und anhaltende mediale Präsenz immer populärer. Auch zahlreiche evangelische Christinnen und Christen haben diese nach 1.200-jähriger gemeinsamer Geschichte im 16. Jahrhundert aufgegebene Religionspraxis in den vergangenen zwei Jahrzehnten für sich neu entdeckt.
Wallfahren/Pilgern ist eine Möglichkeit, Aktion und Kontemplation sowie die Suche nach Wahrheit und Schönheit respektive die Sehnsucht nach Gemeinschaft auf spezifische Weise zu vereinen. Die Spezifik besteht in der durch die Ambulanz ermöglichte interimistische Intensivierung von Religion bzw. religiöser Erlebnisse, die zu Erfahrungen werden können. Ein adäquates Modell, um dies wissenschaftlich zu differenzieren und zu erforschen, liegt im Dimensionenmodell von Charles Y. Glock vor, dessen Dimensionen von Annette Wilke neu gefasst und erweitert wurden.
Konkretisiert wird dies anhand von Wallfahrten nach Mariazell, dem 858-jährigen österreichischen Wallfahrts- und Pilgerort par excellence mit historisch induzierter internationaler Bedeutung (jahrhundertelanges Zentralheiligtum der Habsburgischen Donaumonarchie) und Pilgerreisen evangelischer Christinnen und Christen auf Mariazeller Wallfahrts- oder anderen Pilgerwegen. Der Gruppe der Mariazell-Wallfahrenden werden die Antworten der evangelischen Kontrollgruppe, die aus evangelisch-lutherischen, evangelisch-reformierten und evangelisch-methodistischen Pilgernden aus Deutschland, der Schweiz und Österreich besteht, kontrastiv gegenübergestellt. Was bewegt Menschen zu einem solchen Aufbruch? Worin besteht nun das religiöse Surplus dieser ambulanten Religions-, Spiritualitätspraxis?

Christian Pieritz
(Diplom-Theologe, Kühlungsborn)

christianpieritz(at)yahoo.de
„ Evangelische Ökonomik“
Das problematische Verhältnis von Ökonomie und Theologie lässt sich an der Inkompatibilität der jeweiligen Logiken aufzeigen. Während die Ökonomie im Zeichen der Knappheit, Reziprozitäten und Äquivalenzen operiert, kann in der Theologie „Gabe“ als Urwort gelten. Das führt zu Plausibilitätsproblemen und Dissonanzen bei religiösen Individuen und kirchlichen Organisationen, aber auch in den Diskursen der Praktischen Theologie, Religionsökonomik und ev. Wirtschaftsethiken. Ökonomie hat implizite Glaubensstrukturen, wirkmächtige Axiome und eine religiöse Semantik (Kredit und Credo, Erlös und Erlösung). Darum sollen in Auseinandersetzung mit dem Homo oeconomicus-Modell und der Neuen Institutionenökonomik die Konstanten einer evangelischen Ökonomie aus lukanischen und paulinischen Texten, sowie von der Reformation als Dekommerzialisierung her erarbeitet werden, um von einer lutherischen Position aus ökonomisch sprachfähig zu werden. In einem diskursiven Rahmen zielt das auf die ökonomischen Konsequenzen evangelischer Theologie, dies aber nicht in Frontstellungen, sondern als Beitrag zu einer realistischen Ökonomie, die auch der religiösen Realität Rechnung trägt. Mit einer neukodierten Marktmetapher könnte eine Synthese gelingen, bei der die Logik einer evangelisch-religiösen Ökonomie zu den Konstruktionsbedingungen des Marktes gehört. Damit wäre einerseits die Kommodifizierung kirchlicher Angebote in ein neues Setting transferiert, und andererseits könnten die mentalen Modelle einer „Ökonomie des Evangeliums“ als kontrafaktische Identitätszusage individuell ökonomisch wirkmächtig werden. 

Jakob Kühn
(Diplomtheologe, Rostock)
jakob.kuehn(at)uni-rostock.de
"Die Kausalrede. Homiletische Rekonstruktion einer praktisch-theologischen Systemstelle."
Es soll in kritischer Auseinandersetzung mit aktuellen Kausaltheorien bzw. homiletischen Konzepten eine integrale Theorie der Kausalrede entwickelt werden. Formaler Anlass dieses Vorhabens ist der durchaus überraschende Befund, dass nach Friedrich Niebergalls grundlegender Monographoe (1905) keine umfassende Theorie der Kausalpredigt mehr vorgelegt worden ist. Das Verhältnis von Kasus, Ritus und Rede ist derzeit in der Praktischen Theologie fundamentalhomiletisch etwas aus dem Blick geraten. Und dies in doppelter Weise: In den vorliegenden Kausaltheorien bleibt die genannte Relation in signifikanter Weise unterbestimmt. Und in den aktuellen homiletischen Theorien wird auf das spezifische Genus der Kausalpredigt allenfalls am Rande reflektiert. Diese markante Forschungslücke soll in diesem Projekt geschlossen werden. Dabei werden die liturgischen bzw. kulturtheoretischen Aspekte nicht ausgeblendet, sondern im Rahmen einer Kausalhomiletik theoretisch integriert.

Lars R. Schulz
(Diplomtheologe, Sprechwissenschaftler, Linguist; Berlin)
schulzlr(at)hu-berlin.de
"Gesprochene Sprache im Evangelischen Gottesdienst. Studien zu einer empirischen Rhetorik der religösen Versammlung."
Gottesdienst ist das, was im Gottesdienst passiert. Durch gesprochene Sprache wird Sinn hervorgebracht und Präsenz produziert. In ihrer Rhetorizität und Materialität trägt sie einen großen Teil zur Anmutung eines Gottesdienstes bei. Die Fokussierung auf die kommunikative und atmosphärischen Ebene sprachlich-stimmlichen Ausdrucks lässt eine Vielzahl von Phänomenen aufscheinen: Die Produktion von Nähe und Distanz, die Persuasion der Hörer/innenschaft, die Hervorbringung von Gruppenkontexten. Grundlage der Studien sind Tonaufnahmen evangelischer Gottesdienste aus verschiedenen Regionen und landeskirchlichen Traditionen. Ziel ist die tiefgehende Erschließung der Daten mit den Methoden der Linguistik und der Sprechwissenschaft und die theologische Analyse unter Zuhilfenahme kulturwissenschaftlicher Kategorien anhand verschiedener Fragestellungen (Homiletik, Liturgik, Kausaltheorie). 

PostDoc-Projekte

PostDoc-Projekte

Dr.  theol. Matthias Marks
(Pfarrer in der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bielefeld)
matthiasmarks(at)hotmail.com
Auf dem Weg zu einer „Religionspsychologie der Kasualien“
Religionskulturelle Transformationsprozesse der Gegenwart motivieren zum Nachdenken über neue religionsproduktive Orte, nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der kirchlich institutionalisierten Formen. Dazu gehören die Kasualien, deren bleibende Nachfrage bei zunehmender Zahl an Kirchenfernen der klassischen Säkularisierungsthese ebenso widerspricht wie der Marginalisierungsthese, die den Bedeutungswert der Kasualien als Kommunikation des Evangeliums geringschätzt. Die gängigen Kasualtheorien aus den Bereichen Liturgik, Homiletik, Ekklesiologie, Sozialpsychologie, Religionssoziologie, Kybernetik und Kulturhermeneutik bewegen sich auf Pfaden, wo religiöse Sinnsichten am Ort des Subjekts bei der Rezeption von Kasualien noch nicht genügend wahrgenommen oder erklärt werden können. Dieses Defizit verweist auf eine Unterdeterminiertheit bisheriger Kasualtheorien, die mit einer „Religionspsychologie der Kasualien“ überwunden werden soll. In diesem Projekt werden psychoanalytische Modelle, die in der Praktischen Theologie bereits bekannt sind (z.B. Winnicott), als auch solche, die noch nicht bekannt sind (z.B. Bion), neu auf ihre religionshermeneutische Erschließungskraft befragt. Die Kasualie gewinnt Bedeutung als gottesdienstliche Begleitung auf der Schwelle, im Zwischenraum von lebensgeschichtlichen Übergängen. Deswegen tritt als wesentliche Kategorie zum religionspsychologischen Verständnis der einzelnen (traditionellen und neueren) Kasualien der „Raum der Psychoanalyse“ ins Zentrum der Betrachtung. Ziel der Arbeit ist es, mit Hilfe etablierter und neuerer Raumkonzepte der Psychoanalyse zu einem detaillierteren, kulturhermeneutisch nachvollziehbaren Einblick in das pneumatologische Geschehen der Kasualien am Ort des Subjekts beizutragen.
 
Dr. theol. Frank Uhlhorn
(Pastor der Evangelischen Kirche Hannovers, Osnabrück)
Frank.Uhlhorn(at)online.de
Kybernetik zweiter Ordnung als Steuerungsmechanismus für die Organisation Kirche
Prononcierte theologisch-dogmatische Entwürfe betonen den qualitativ unendlichen Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf. Dieser ist Grund für die epistemologische Annahme, dass der Mensch die Welt nicht zureichend erkennen kann. Traditionelle Theologie hat daher eine Terminologie der Ambiguität entwickelt, um das Unfassliche einerseits zu belassen wie es ist und andererseits für das Denken des Glaubens zu rekonstruieren. Gerade diese Terminologie der Ambiguität ist jedoch in Hinsicht auf die Frage nach der Gestalt der Kirche unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft problematisch geworden. Kybernetische Theorien, die Steuerungsmechanismen für komplexe Organisationen bereitstellen wollen, konvertieren die theologische Prämisse ins Gegenteil: Sie versuchen, mit autologischen Begriffen Prozesse konditionierter Selektivität zu erfassen, die darüber aufklären, wie komplexe Systeme aus Bedingungen entstehen können, die weniger komplex sind als sie selbst. In vorliegenden Ausarbeitungen über eine Theorie der Organisation Kirche ist die Strenge der kybernetischen Begriffsbildung wie "Beobachtung zweiter Ordnung", "binärer Code, "Autopoiesis" und "doppelte Kontingenz" noch nicht zur Anwendung gekommen. In diesem Projekt soll diese Lücke unter der Fragestellung gefüllt werden, ob einer konsequenten Durchfunktionalisierung der "Organisation Kirche" nicht auch Schranken gesetzt werden müssen.
 
Dr. theol. Antje Mickan
(Theologin und Pädagogin, Braunschweig)
fam.mickan(at)arcor.de
Gedächtnis, Raum und Liturgie. Gedächtnisräume als Kreationen und Manifestationen religiöser Sinnordnung
Fragen nach der eigenen Identität ebenso wie nach dem, was Orientierung für die Zukunft ermöglicht, werden in Zeiten immer neuer soziokultureller Wandlung, Pluralisierung, scheinbar unbegrenzter Wahlmöglichkeit in besonderem Maße drängend. Funktional sind hierbei Gedächtnis und Erinnerung. So erstaunt es nicht, dass mit Bezug auf diesen Themenkomplex aktuell von einem fächerübergreifenden Forschungsboom gesprochen werden kann, an dem die Praktische Theologie sich allerdings — trotz oder gerade wegen großer Selbstverständlichkeit theologischer Arbeit am Gedächtnis — bislang nicht merklich beteiligt. Neben der Abstinenz vom interdisziplinären Diskus ist mithin ein Missverhältnis von Praxis und Theorie heute kirchlich gestalteter Erinnerungskultur festzustellen. Da nun Erinnerungskultur Raum des sinnbildlichen Ausdrucks, der rituellen Performanz benötigt und schafft, sie also ohne Raum nicht denkbar ist, sich die leitenden Raumvorstellungen weltweit aber mit Einführung moderner Verkehrs- und Kommunikationstechnologie grundlegend verändert haben, ist aus praktisch-theologischer Sicht ein doppelter theoretischer Nachholbedarf vorhanden.
Unter Verbindung von Gedächtnis- bzw. Erinnerungstheorie und Raumtheorie soll das hier vorgestellte Forschungsvorhaben einerseits die beschriebene Diskrepanz reflexiv einholen und andererseits das Möglichkeitspotential christlicher Erinnerungskultur in der späten Moderne neu bestimmen. Dabei greift sie u.a. auf das konsequent relationale Raumkonzept des Baseler systematischen Theologen Matthias Wüthrich („Raum Gottes“, Göttingen 2015) zurück und verwendet als hermeneutischen Schlüssel der Deutung sich manifestierender Sinnordnungen die Semiotik Umberto Ecos. Eine zentrale Leitfrage wird sein, wie in liturgischer Gestaltung religiöse Räume offeriert werden können, die eine wechselseitige Bezugnahme von individuellem Gedächtnis und kulturellem Gedenken ermöglichen.
 

Abgeschlossene Promotionen/Habilitationen

Abgeschlossene Promotionen

Dr. theol. Ulrike Schäfer-Streckenbach / Greifswald (2006; Theologische Fakultät Rostock)
„Kulturkirchen. Wahrnehmung und Interpretation“, in PThK Bd. 19, Gütersloh 2007

Dr. rer. pol. Simone Scheps / Augsburg (2011; Wirtschafts- u. Sozialwiss. Fakultät/Theol. Fakultät)
"Moralische Pflicht als Lebenseinstellung – Bürgerschaftliches Engagement in Kloster- und Kirchbauvereinen Mecklenburg-Vorpommerns".

Dr. theol. Matthias Marks / Hamburg ( 2012; Theologische Fakultät Rostock)
„Menschwerden aus Passion. Rezeptionsästhetische Studien über das Religiöse in der Malerei von Rudolf Hausner (1914-95) als Beitrag Praktischer Theologie zum interdisziplinären Bilddiskurs“: Erschienen 2013 unter dem Titel: Menschwerden aus Passion. Das Religiöse in der Malerei von Rudolf Hausner (1914-1995), Praktische Theologie heute. Bd. 130, Stuttgart: Kohlhammer 2013.

Dr. theol. Jens Kramer / Potsdam (2014; Theologische Fakultät Rostock)
"Diakonie inszenieren. Performative Zugänge zum diakonischen Lernen"; erscheint 2014 in der Reihe "Diakonie. Bildung - Gestaltung - Organisation"; Stuttgart: Kohlhammer.

Dr. theol. Frank Uhlhorn / Osnabrück (2014; Theologische Fakultät)
"Wie ist strategische Kommunikation möglich? Systemtheoretische Perspektiven für die Luther-Dekade 2017“; erschienen in der Reihe "Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs" (PThW), Bd. 18 unter dem Titel: Kirchliche Kommunikation kalkulieren. Systemtheoretische Perspektiven für die Lutherdekade 2017, Berlin: deGruyter 2015.

Dr. theol. Kathrin Fenner / Rostock (2014; Theologische Fakultät)
„Confirmatio et memoria per narrationem. Die Feier der Goldenen  Konfirmation – Erinnerungskasualie oder Klassentreffen in kirchlichem Ambiente?“; erschienen in der Reihe "Rostocker Studien zur Theologie", Bd. 28 unter dem Titel: Confirmatio et memoria per narrationem. Die Feier der Goldenen Konfirmation - Erinnerungskasualie oder Klassentreffen in kirchlichem Ambiente?, Berlin: LIT 2015.

Dr. theol. Antje Mickan / Braunschweig (2015; Theologische Fakultät)
"Bestattungswün­sche älterer Menschen. Grundbedingungen, Deutungen und geronto-poimenisches Po­tential"; erscheint als 2 Monographien: „… wenn ich irgendwo so’n Steinchen da hätte mit Namen“. Bestattungswünsche älterer Menschen. Eine praktisch-theologische Untersuchung zu Altern, Sepulkralkultur und Seelsorge, Kasseler Studien zur Sepulkralkultur, Band 23, Berlin: LIT 2015; sowie „Sieh doch: Ich bin alt!“ Deutungen biblischer Texte zu Alter(n) im Kontext geronto-poimenischer Fragestellungen. Rostocker Theologische Studien 29, Berlin : LIT 2016.

Dr. theol. Sieglinde Sparre / Rostock (2015; Theologische Fakultät)
"Bestatten in Kirchen. Pragmatik spätmoderner Kirchenkolumbarien“; erscheint 2016 in der Reihe „Praktische Theologie heute“, Stuttgart: Kohlhammer 2016.

Dr. theol. Lydia Kossatz / Feuchtwangen (2016; Theologische Fakultät) „Zeichen im System.  Eine fundamentalpoimenische Untersuchung in systemtheoretischer und semiotischer Perspektive“. 

Abgeschlossene Habilitationen

Prof. Dr. Andreas Kubik-Boltres / Osnabrück (2017; Theologische Fakultät) "Theologische Kulturhermeneutik implizierter Voraussetzungen und Implikationen eines praktisch-theologischen Paradigmas der Spätmoderne" Habilitationsvortrag (11.1.17): "Warum kritisieren Religionskritiker auch die liberale Religion? Eine kybernetische Etüde."

Tagungen

In Vorbereitung

  • 18.-20.2.2018: Liturgididaktik in Kooperation mit RPI Loccum/Theol. Fakultät Marburg
  • 22.-24.2.2018: Funerale7
  • 15.-17.3.2018: Bild und Performanz (IfiB)
  • 10.-12.9.2018: On demand2 in Kooperation mit Zentrum für ev. Predigtkultur Wittenberg
  • 13./14.10.2018: 2. Workshop DFG-Projekt "Märkte des Besonderen": Heil und Heilung

Kunsträume


Funerale 6


On demand