Prof. Dr. Thomas Klie

Curriculum Vitae

  • 1956 geb. in Northeim / Niedersachsen
  • 1975 - 82 Studium an den Universitäten Münster u. Göttingen; Studium Ev. Theologie (Pfarramt); Ev. Religion / Russisch (Lehramt)
  • 1982 1. Theolog. Examen; Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
  • 1984 1. Staatsexamen: Ev. Religion/Russisch
  • 1983 - 86 Vikariat (Gemeinde u. Berufsschule) in Göttingen
  • 1986 - 91 Berufsschul-Pfarrer in Uelzen und Verden / Niedersachsen
  • 1991 - 2000 Dozent am Religionspädagogischen Institut (RPI) in Loccum
  • 1999 Promotion an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen Dissertation: Verheißung vergegenwärtigen. Die Didaktik der Verheißung an der Berufsschule
  • 2000 - 01 Habilitationsprojekt
  • 2001 - 02 Gemeindepastor im Kirchenkreis Göttingen u. Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen
  • 2002 Habilitation an der Theologischen Fakultät der Universität Bonn Habilitationsschrift: „Zeichen und Spiel. Semiotische und spieltheoretische Rekonstruktion der Pastoraltheologie“
  • 2002 - 03 Lehrstuhlvertretung (Religionspädagogik/Systematische Theologie) im FB Evangelische Theologie und ihre Didaktik an der Universität zu Köln 2003 Lehrstuhlvertretung (Praktische Theologie) an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock
  • seit 1.1.2004 Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock
  • 2005-17 Universitätsprediger
  • 2004-06 Pro- und Studiendekan
  • 2006-08 Dekan der Theologischen Fakultät
  • 2010-12 Pro- und Studiendekan
  • 2012-14 Dekan der Theologischen Fakultät

Sprechzeiten

Nach Vereinbarung.

Monographien und Sammelbände

Monographien und Sammelbände

Thomas Klie/Jakob Kühn (Hg.)
Bestattung als Dienstleistung.
Ökonomie des Abschieds
Stuttgart: Kohlhammer-Verlag 2019
176 Seiten
ISBN: 978-3-17-0361654-5
32,00 EUR

Bestattungen sind nicht nur ein trauriger Kasus, sondern immer auch ein Anlass, an dem vielfältige Dienstleistungen erbracht werden. Bei kaum einem anderen Lebensvollzug treten Pietät und Ökonomie, Religions- und Wirtschaftssystem in so engen Kontakt. Eine Grabrede will entworfen werden, aber auch eine Grabstelle erworben. Trost soll zugesprochen werden, aber auch ein Bestattungsunternehmen beauftragt.

Mit Beiträgen von Thomas Klie, Jakob Kühn, Hilmar Gattwinkel, Susanne Zingel, Annedore Lemke, Thies Jarecki, Elina Bernitt, Christian Brock, Maxi Bergel, Christopher Kaatz, Folkert Fendler, Dirk Battermann, Martin Schulz, Anna Ziegenhagen, Jens Schlamelcher

Kristian Fechtner/Thomas Klie (Hg.):
Erinnerungskasualien

im Auftrag der Liturgischen Konferenz
Gütersloh 2019
Paperback, Broschur, 80 Seiten
ISBN: 978-3-579-08250-9
12,00 EUR

Wo Menschen sich erinnern, entsteht Lebensgeschichte. Und für die, die sich erinnern, ist das, was sie erlebt haben, bedeutsam. Zur Lebensgeschichte als gedeuteter Geschichte eines Lebens gehören immer auch Stationen, an denen sich die Erinnerungen in besonderer Weise verdichten. Im Kontext kirchlicher Praxis sind es die »Erinnerungskasualien« wie die Goldene Konfirmation oder die Totenmemoria, die dieses lebensgeschichtliche Erinnern veranlassen. Der vorliegende Band untersucht Praxis und Chancen dieser in der Evangelischen Kirche begangenen Gedenkrituale.

Antje Mickan/Thomas Klie/Peter A. Berger (Hg.)
Räume zwischen Kunst und Religion. Sprechende Formen und religionshybride Praxis
rerum religionum. Arbeiten zur Religionskultur, Bd. 1
Bielefeld: transkript 2019
238 Seiten
ISBN 978-3-8376-4672-6
39,99 EUR

Religion in der Kunst - Kunst in der Religion? Mit Blick auf das Kerngeschäft der emanzipierten sozialen Felder »Kunst« und »Religion« lassen sich derartige Verhältnisbestimmungen heute theoretisch treffen. Wo aber Religionspraxis sich jenseits der Kirchen etabliert, wo die Grenzen von Kunstraum und Alltagswelt unscharf werden, wo sich in offenen Netzwerken Akteure und Akteurinnen mit differierendem Selbstverständnis verknüpfen, entstehen eigenwillige Resonanzen zwischen heterogenen symbolischen Ordnungen. Diese hybriden Formen geben den Beiträgen des Bandes Anlass, neu über gegenwärtige Relationen von Kunst, Kunsthandwerk und Religion nachzudenken.

Thomas Klie/Folkert Fendler/Hilmar Gattwinkel (Hg.)
On demand. Kasualkultur der Gegenwart Kirche im Aufbruch Bd. 24
Evangelische Verlagsanstalt: Leipzig 2017
248 Seiten
ISBN 978-3-374-05391-9
22,00 EUR

Die weitaus meisten Evangelischen realisieren ihre Kirchenmitgliedschaft über die Inanspruchnahme von Kasualien. Die Kasualkultur bestimmt das kirchliche Leben: Man lässt in aller Regel seine Kinder taufen und hält sie an zu Konfirmation, man wünscht die kirchliche Trauung (schon weniger) und man wird in aller Regel auch (noch) evangelisch bestattet. Kirche erscheint in der Sicht einer evangelischen Mehrheit als Gewährleisterin vergewissernder Riten, deren religiöse Deutungskraft mit großer Selbstverständlichkeit „von Fall zu Fall“ bzw. „on demand“ abgerufen wird. Religionssoziologisch ist der „Normalfall Gottesdienst“ schon lange nicht mehr die sonntägliche Feier, sondern der Kasualgottesdienst. Die volkskirchliche Normalität kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Kasualkultur deutlich ausdifferenziert. Neue Anlässe treten hinzu, und alte Kasus werden nicht mehr in den Formen gewünscht, wie sie die Agende vorsieht. In der späten Moderne werden Erinnerungskasualien und Realbenediktionen wichtiger. Und zugleich gerät der Sonntagsgottesdienst in den allgemeinen Sog kirchlicher Kasualisierung. Kasualgespräche gleichen heute eher Aushandlungs- bzw. Verkaufsgesprächen, der pastorale Auftrag wird zur religiösen Dienstleistung.

Mit Beiträgen von: Christian Albrecht, Lars Charbonnier, Folkert Fendler, Hilmar Gattwinkel, Emilia Handtke, Thomas Klie, Andreas Kubik-Boltres, Jakob Kühn, Martin Cyprian Lenz, David Plüss, Marcell Sass, Lars Robin Schulz, Helmut Schwier.

Thomas Klie / Sieglinde Klie / Kristian Herrmann
Kirchenkolumbarien in Niedersachsen. Eine Rezeptionsstudie
Rostock: Theologische Fakultät 2017
51 Seiten
ISBN 978-3-00-057724-6

Mittlerweile sind gut drei Dutzend dieser Kirchenkolumbarien bundesweit eingerichtet worden – Tendenz steigend. Auch in Niedersachsen gibt es vier dieser Einrichtungen. In drei evangelischen und einer katholischen Kirche werden Asche-Urnen von Verstorbenen in Urnenstelen und -wänden beigesetzt: gleichsam auf Indoor-Friedhöfen der eigenen Art (Hannover-Südstadt, Hannover-Misburg, Hoheneggelsen, Wolfsburg-Ehmen). Dieses Phänomen ist relativ neu und es liegen noch kaum wissenschaftliche Untersuchungen für diesen Bereich vor. Völlig offen sind vor allem die Motive derer, die sich dafür entschieden haben, in Kirchenkolumbarien beigesetzt zu werden. Was bringt Menschen dazu, ihre letzte Ruhe in einer Kirche zu suchen? Und was bedeutet dieser Wunsch für die beiden großen Kirchen, die sich nicht zuletzt auch unter dem ökonomischen Druck sehen, einen Teil ihrer Kirchengebäude alternativen Nutzungen zuzuführen? Wie lassen sich diese beiden unterschiedlichen Interessen zur Deckung bringen? Ergibt sich hier möglicherweise eine neue Form kirchlicher Erinnerungsarbeit, die nicht nur „sich rechnet“, sondern auch einen produktiven Gestaltungsspielraum eröffnet? Diesen und anderen Fragen nachzugehen, war das Ziel dieser Studie, die durch die Hanns-Lilje-Stiftung/Hannover gefördert wurde.

Die Studie kann bei der Theologischen Fakultät Rostock bestellt werden: thomas.klie@uni-rostock.de.

Thomas Klie / Sieglinde Sparre (Hg.)
Erinnerungslandschaften. 
Friedhöfe als kulturelles Gedächtnis
Praktische Theologie heute, Bd. 149
Stuttgart: Kohlhammer Verlag 2016
213 Seiten, 27 Abb.

Friedhöfe sind Trauerorte und langlebige Biotope des regionalen Gedächtnisses. Denn Grabmale erzählen nicht nur Familiengeschichte, sondern auch Stadtgeschichte. Die Geschichte eines Gemeinwesens ist immer auch die Geschichte von Toten und Totengedenken. Die Toten und ihre letzten Ruhestätten gehören nicht nur den Angehörigen. Im kulturellen Gedächtnis mischen sich Privates und Öffentliches, Grabstelle und öffentlicher Raum. Gedächtnis bekommt hier eine räumliche Gestalt, es kann begangen werden. Kirchen und Kommunen sind als Friedhofsträger und Erinnerungsgemeinschaften herausgefordert, diese Bedarfe in eine sinnvolle Gestalt zu überführen. In interdisziplinärer Weite werden aus sozialwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher und theologischer Perspektive die sepulkral-memorialen Formen diskutiert und ausgelotet.

Katharina Gladisch/ Thomas Klie (Hg.)
Geschlossene Gesellschaft. Gespielt – gedacht – gepredigt.
Identitätsdramen zwischen Text und Performanz
Münster: LIT 2016
202 Seiten
ISBN: 3-643-13345-8
29,90 EUR

Man muss zu Aktionen übergehen. Dieses programmatische Diktum von Joseph Beuys hat die Aktionen motiviert, die dieses Buch dokumentiert. In ihrem Zentrum steht das theologisch-theaterpädagogische Projekt Geschlossene Gesellschaft, das im Frühjahr/Sommer an der Theologischen Fakultät Rostock durchgeführt wurde. Das Herzstück bildet die Adaption des Dramas von Jean-Paul Sartre, das philosophisch, literarisch, biblisch und musikalisch umspielt wurde.
Es erhielt so eine Vielstimmigkeit, die von den Autorinnen und Autoren dieses Bandes aufgenommen, variiert, verstärkt, aber auch pausiert wird. Stimme um Stimme, Aktion um Aktion, Gedanke um Gedanke entsteht so ein spielerisches Ringen um die menschliche Identität – im Grenzbereich von Theologie, Philosophie, Theater und Literatur. Die hier versammelten Beiträge beziehen sich in unterschiedlichen Perspektiven auf ein Projekt, das im Frühjahr/Sommer 2016 an der Theologischen Fakultät Rostock durchgeführt wurde.

Thomas Klie, Ilona Nord (Hg.): Tod und Trauer im Netz Mediale Kommunikationen in der Bestattungskultur
Stuttgart: Kohlhammer 2016
224 Seiten
ISBN 978-3-17-029250-5
35,00 EUR


Seit geraumer Zeit wird bereits im Cyberspace bestattet und getrauert. In dem Maße, wie sich die Bestattungskultur verändert und ausdifferenziert, besetzt sie mit großer Selbstverständ­lichkeit auch die modernen Repräsentationsmedien. Computer-mediatisierte Kommunikationen eröffnen dabei neue Wege zur Visualisierung des Umgangs mit Tod und Trauer. Simulacren des Funeralen, Bilder der Anteilnahme und das öffentliche Sichtbarmachen von Trauerprozes­sen sind dabei nicht nur in der virtuellen Welt zu lokalisieren, sondern sie bestimmen auch leiblich wahrnehmbare Realitäten von Trauernden.
In diesem Band geht es darum, die Art und Weise der Visualisierungen von Tod, Abschieds­prozessen und Bestattungsritualen im Cyberspace in interdisziplinärer Weite zu diskutieren und die Kultur- und bildtheoretsichen Perspektiven ins Gespräch mit einer kulturoffenen Praktischen Theologie zu bringen.
 

Thomas Klie / Markus J. Langer
Evangelische Liturgie
Ein Leitfaden für Singen und Sprechen im Gottesdienst

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2015.
121 Seiten
ISBN 978-3-374-04068-1
14,80 ​​​​​​EUR

Der Band ist vergriffen, Neuauflage geplant.

Das Buch richtet sich an Studierende der Theologie, an Vikare, an Prädikaten und Lektoren, aber im weitesten Sinn auch an Kirchenmusiker im Nebenamt. Es soll die notwendigen praktischen Singeübungen als Leitfaden begleiten und ergänzen.Zugleich erhellt es durch knappe liturgie-theoretische Einführungen den Sinn und die Abfolge der einzelnen gottesdienstlichen Stücke. Damit schließt der Leitfaden eine Lücke, denn bislang musste man sich das Nötige aus sehr unterschiedlichen Büchern und Handreichungen zusammensuchen. Den Autoren liegt viel daran, die praktischen Übungen in ihrem liturgischen Kontext zu verorten, damit das Zusammenspiel von liturgischen Inhalten und liturgischer Form gewährleistet wird.

Thomas Klie, Martina Kumlehn, Ralph Kunz, Thomas Schlag (Hg.), Praktische Theologie der Bestattung
Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs (PThW), Bd. 17
deGruyter: Berlin u.a. 2015
595 Seiten
ISBN 978-3-11-034616-9
Gebunden: 79,95 EUR
Paperback: 29,95 EUR

Der Band ist vergriffen.

Bei der Bestattung kultivieren die christlichen Kirchen seit jeher ihren Umgang mit der Unumkehrbarkeit von Lebenswegen. In Wort und Ritus kommen Lebensdeutungen zur Darstellung, auf die es längst keine Deutungsmonopole mehr gibt. Die Bestattungskultur hat sich in vielfältiger Weise ausdifferenziert. Der unmittelbare Umgang mit dem toten Körper ist heute weitgehend der privaten Sphäre entzogen und wird an professionelle Instanzen delegiert. Der Markt und die gängigen kulturellen Umgangsformen bestimmen zunehmend die sepulkrale Ästhetik. Traditionelle Liturgien treffen auf spätmodernes Ritendesign, immer mehr finden sich auch Simulacren von Tod und Trauer im Internet. Die Beziehung zum Tod und zu seinen sozialen Folgen hat längst schon Anteil an der allgemeinen kulturellen Beschleunigung. In dem vorliegenden Sammelband sollen diese Prozesse verstehend nachgezeichnet und praktisch-theologisch eingeordnet werden. Dies geschieht in interdisziplinär Weite und in Augenhöhe mit kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Peter A. Berger, Klaus Hock, Thomas Klie (Hg.)
Hybride Religiosität – posttraditionale Gemeinschaft.
Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern
Rostocker Theologische Studien, Bd. 26
Münster: Lit 2014
177 Seiten
ISBN978-3-643-12453-1
24,90 EUR


In dem Band geht es um Formen hybrider Religiosität, die sich an symbolischen Orten im ländlichen Raum Mecklenburg-Voirpommerns (Dorfkirchen, Gutshäusern, ehemaligen LPG-Anlagen u.a.) herausgebildet hat. Es werden Ergebnisse quantitativer und qualitativer Untersuchungen präsentiert und in das von den Herausgebern entwickelte Deutungskonzept der „Religionshybride“ eingezeichnet.
In den Blick kommen dabei posttraditionale Vergemeinschaftungen und Vernetzungen, alltagsästhetische Formgebungen, eine Kultur der Feste und „Events“ und die sich darin ausdrückenden Werthaltungen und Motive, aber auch potenziell religiöse Sinnsichten, die nicht (mehr) im Zentrum der kulturellen Wahrnehmung stehen und sich in bestimmte Szenen verlagert haben.

Folkert Fendler, Thomas Klie und Sieglinde Sparre (Hg.)
Letzte Heimat Kirche.
Im Auftrag des Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2014
196 Seiten
ISBN 978-3-374-03894-7
18,80 EUR 

Der rasante Wandel in der Sepulkralkultur äußert sich auch im Blick auf die Räume, die kulturell für Tote vorgesehen sind. In jüngster Zeit bieten die Kirchen auf dem Markt alternativer Bestattungsformen vereinzelt auch ihre Sakralräume für Bestattungen an. In Kirchgebäuden, die nicht mehr oder nur noch teilweise liturgisch genutzt werden, entstehen Kolumbarien oder Urnenkirchen. Seit 2006 in Marl und Aachen in ehemaligen Pfarrkirchen Kolumbarien eingerichtet wurden, begann in der Bestattungskultur gewissermaßen ein neues Zeitalter.
Mittlerweile gibt es gut drei Dutzend dieser Kirchenkolumbarien, etliche sind in Planung. Man knüpft hier an religionskulturell Bekanntes an – manches muss aber auch ganz neu gedacht werden. Was bieten diese besonderen Orte für die Predigt, für die Seelsorge und für die Liturgie? Die Beiträge in diesem Band diskutieren die Herausforderungen, die sich mit dem noch jungen Phänomen der Kirchenkolumbarien für die kirchliche Praxis stellen.

Berger, Peter A. / Hock, Klaus / Klie, Thomas (Hg.)
Religionshybride. Religion in posttraditionalen Kontexten
Heidelberg: Springer-Verlag 2013.
306 Seiten, 5 Abbildungen
ISBN 978-3-531-19577-3
34,99 EUR | CHF 44,00


Posttraditionale Gemeinschaften tragen durch die Erschaffung ortsgebundener Utopien mit eigenen Mythen und Ritualen zur Wiederverzauberung der Welt bei, so der französische Soziologe Michel Maffesoli. An der Universität Rostock wird untersucht, inwiefern diese Gemeinschaften Ausdrucksgestalten einer Religionsproduktivität darstellen. Bilden sich über eine religionshybride Kultur neue Formen von Religion oder religiös überformte Lebensstile jenseits institutionalisierter Religionspraktiken heraus? Entgegen der revisionsbedürftigen These vom Verschwinden der Religion soll in Erfahrung gebracht werden, wie sich Religion an alten Dorfkirchen und anderen auratischen Orten möglicherweise neu und anders herausbildet. In den Blick geraten somit auch die besonderen Formen von Vergemeinschaftung und Vernetzung, Festkulturen und Events wie Hoffeste, Werthaltungen und soziale Motive.

Thomas Klie, Dietrich Korsch, Ulrike Wagner-Rau (Hg.):
Differenz-Kompetenz. Religiöse Bildung in der Zeit
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2012
339 Seiten
ISBN: 337-4-030-785
38,00 EUR


Martin Luther hat die »Kunst der Unterscheidung« zwischen Gott und Mensch, Gesetz und Evangelium, geistlichem und weltlichem Regiment Gottes als zentrale theologische Kompetenz bestimmt. Dem folgt Bernhard Dressler, indem er religiöse Bildung als Unterscheidungsvermögen versteht. Über die fundamentalen Differenzierungen der reformatorischen Theologie hinaus ist in der Moderne der religiöse Zugang zur Wirklichkeit als ein spezifischer Weg neben andere Weltzugänge getreten. Die Rede über Religion ist damit etwas anderes als die religiöse Rede selbst. Im Gespräch mit dieser Bildungstheorie behandeln die Beiträge des Bandes systematische, didaktische und praktisch-theologische Fragen im Spannungsfeld von Religion, Bildung und Politik – einem Feld, in dem es unerlässlich ist, Differenzierungen vorzunehmen, aber ebenso unausweichlich, Bezüge herzustellen. Wie religiöse Bildung zur Orientierung zwischen Religion und Politik beiträgt, ist das Thema dieses Buches.
Mit Beiträgen von: B.Abesser, M.Domsgen, A.Feige, D.Fischer, W.Gräb, B.Husmann, D.Käbisch, R.Kessler, Th.Klie, R.Koerrenz, D.Korsch, J.Lauster, M.Kumlehn, M.Meyer-Blanck, I.Mayer-   Rohrschneider, G.Neebe, M.Rothgangel,St.Schaede, R.Schieder, Th.Schlag, A.Schöll, B.Schröder, Fr.Schweitzer, U.Vogel, U.Wagner-Rau, D.Zilleßen

Bernhard Dressler, Martina Kumlehn, Thomas Klie:
Unterrichtsdramaturgien. Fallstudien zur Performanz religiöser Bildung,
Stuttgart: Kohlhammer 2012
320 Seiten
ISBN: 978-3-17-022337-0 E​​​​​​​
32,90 EUR


Beim Unterrichten kann man nicht nicht inszenieren. Das beginnt schon bei der Körperhaltung der Lehrperson und gilt für alle Prozesse bewusster oder unbewusster Formgebung und Gestaltung. Lebendiger Unterricht ist auf performative Darstellung angewiesen. Die hier vorgelegten Fallanalysen basieren auf videographierten Stunden aus dem Religionsunterricht und dem Konfirmandenunterricht. Sie stellen erstmals ausführlich dar, wie Performanz als deskriptive Kategorie für die Analyse von Religionsunterricht eingesetzt werden kann. Die auf diese Weise herausgearbeiteten Spezifika werden daran anschließend in religionshermeneutischer, ästhetisch-gestalttheoretischer und kompetenzorientierter Perspektive ausgewertet und so mit der aktuellen Debatte um den Performativen Religionsunterricht verschränkt.
Prof. Dr. Bernhard Dressler lehrt Religionspädagogik an der Universität Marburg. Prof. Dr. Martina Kumlehn und Prof. Dr. Thomas Klie lehren Religionspädagogik und Praktische Theologie an der Universität Rostock.

Thomas Klie, Rainer Merkel, Dietmar Peter (Hg.):
Performative Religionsdidaktik und biblische Textwelten
Rehburg-Loccum 2012
114 Seiten
ISBN: 978-3-936420-41-8
9,80 EUR


Die Performative Religionsdidaktik hat sich in Theorie und Praxis der Religionspädagogik als Leitbild etabliert. Die Zeit ist reif für erste Bilanzierungen. Was gehört zu den unumstrittenen Basics performativer Didaktik, zum mittlerweile erreichten Konsens? Wie sehen die Zukunftsperspektiven aus? Welche Anfragen und kritischen Einschätzungen sind elementar und rufen zur Klärung auf?
Im ersten Teil des Bandes stehen Grundsatzfragen bis hin zu den entsprechenden Lehrerkompetenzen im Zentrum. Die Beiträge des zweiten Teils haben einen bibeldidaktischen Schwerpunkt. Das dritte Kapitel schließt mit Praxisbeiträgen ab und zeigt die Notwendigkeit einer Verzahnung von Theorie und Praxis auf. Dabei kommen evangelische und katholische Perspektiven zur Sprache.

Philipp STOELLGER, Thomas KLIE (Hg.):
Präsenz und Entzug - Ambivalenzen des Bildes
Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie
Tübingen: Mohr Siebeck 2011
ca. 560 Seiten
ISBN 978-3-16-150821-9
90,00 EUR


Bilder sind von einer Performanz und Energie, die gefährlich werden  kann, zumal in religiösem Kontext. Religionen des Wortes geraten mit ihren Versionen des Bilderverbots in Konflikte in der globalisierten Bilderwelt neuer Medien. Derartige ›iconoclashs‹ zeigen einen dringenden Bedarf an bildtheoretischer Kompetenz, zu deren Bildung dieser Band beitragen soll. Untersucht wird pars pro toto die bildtheoretische Streitfrage, ob und inwiefern Bilder als Formen der Intensivierung von Präsenz wirken (analog zum Sakrament) – oder ob sie vielmehr Präsenz zerstreuen oder gar gefährden. Sind sie Formen erfüllter Gegenwart oder wirken sie gegenläufig? Die Ambivalenzen von Bildwirkungen und -gebrauchsweisen geben Gründe zu Bilderstreiten, zu deren Schlichtung die hier vorliegenden Studien hilfreich sein dürfen.
Mit Beiträgen von:
Heinrich Assel, Günter Bader, Cornelius Borck, Brigitte Boothe, Gerd Folkers, Arne Grøn, Klaus Hock, Klaus Sachs-Hombach, Jörg Huber, Antje Kapust, Thomas Klie, Martina Kumlehn, Hannes Langbein, Dieter Mersch, Michael Moxter, Thomas Nocke, Michaela Ott, Eckart Reinmuth, Stephan Schaede, Heidrun Schumann, Philipp Stoellger, Bernhard Waldenfels, Samuel Zinsli

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN, Ralph KUNZ, Thomas SCHLAG (Hg.):
Lebenswissenschaft Praktische Theologie?!
Berlin: deGruyter 2011
351 Seiten
ISBN  978-3-11-024767-1
99,95 EUR


Religion als kulturelles Deutungssystem ist ohne Bezug zum Phänomen „Leben“, das sich in unterschiedlichsten Lebensstilen artikuliert und darstellt, nicht denkbar. Dass Leben im Vollzug immer schon vorausgesetzt ist, drängt in religiöse Deutungen. Die brisante Dynamik der Entwicklungen auf den Gebieten der als ‛life-sciences’ apostrophierten Wissenschaften führt jedoch zu bedeutsamen Veränderungen in der kulturellen Wahrnehmung und Deutung des Lebens, die auch in theologischer Perspektive neue Interpretationsbemühungen fordern. Dieser Herausforderung stellt sich der vorliegende Band.

Kristian FECHTNER/Thomas KLIE (Hg.)
Riskante Liturgien. Gottesdienste in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit
Stuttgart: Kohlhammer 2011
184 Seiten
ISBN: 978-3-17-021373-9 
27,00 EUR


Ereignisse, Situationen und Erfahrungen, die das Gemeinwesen bestimmen, werden gottesdienstlich begangen. Bei genauerem Hinsehen überrascht, in welch hohem Maße in der "postsäkularen Gesellschaft" (Jürgen Habermas) Gottesdienste zu gesellschaftlich relevanten Anlässen gefeiert werden: Tsunami, Erfurt und Winnenden, Einweihung des Berliner Hauptbahnhofs und Tag der Deutschen Einheit – Krisensituationen und Staatsakte drängen in eine gottesdienstliche Darstellung und Deutung. Zugleich prägen sie die liturgischen Formen einer Gottesdienstkultur, in der die Kirche öffentlich Präsenz zeigen soll. In diesen "riskanten Liturgien" wächst der Kirche die zivilreligiöse Aufgabe einer öffentlichen Trauer- und Deutungsarbeit zu: Sie erfordern eine flexible, kooperative und situativ angemessene Gestaltung; sie machen damit die Komposition liturgischer Formen zu einem riskanten Unterfangen; sie zeigen, wie die Liturgie wieder zu sich selbst kommt, nämlich als ein "öffentlicher Dienst" der Kirche im säkularen Staat.

Martina KUMLEHN/ Thomas KLIE (Hg.)
Protestantische Schulkulturen. Profilbildung an evangelischen Schulen
Stuttgart: Kohlhammer 2011
441 Seiten
ISBN: 978-3-17-021543-6
34,90 EUR


Evangelische Schulen sind zu einer festen Größe innerhalb des deutschen Schulsystems geworden. Nach einer sprunghaften Expansionsphase vor allem in Ostdeutschland stehen diese Schulen derzeit vor der Aufgabe einer intensivierten Selbstvergewisserung. Je länger je mehr müssen evangelische Schulen ihr besonderes Profil pädagogisch und theologisch ausweisen können. Die Qualifizierung von Lehrkräften ist in diesem Zusammenhang ebenso wichtig wie die Formulierung von Bildungsstandards, die Gestaltung des Schullebens und die Herausbildung einer kenntlichen und christlich angemessenen Schulkultur. Nur über eine umfassende Profilbildung können Schulen in evangelischer Trägerschaft als Form eigener Repräsentanz in Kirche und Gesellschaft begriffen werden. Der Band "Protestantische Schulkulturen" soll diesen Prozess unterstützen.

Thomas KLIE:
Fremde Heimat Liturgie. Ästhetik gottesdienstlicher Stücke.
Praktische Theologie Heute Bd. 104.
Stuttgart: Kohlhammer 2010

Seiten 223
ISBN 978-3-17-021028-8
29,80 EUR


Liturgie ist en vogue. Das Bewusstsein für religiösen Ausdruck ist spürbar gestiegen. Christliche Religionspraxis gewinnt Profil, wenn sie erkennbar in Form gebracht wird. Übungen zur "liturgischen Präsenz" gehören in den Predigerseminaren zum Pflichtprogramm, das Abendmahl wird zum selbstverständlichen Bestandteil protestantischer Gottesdienste und Tagzeitengebete erleben eine unerwartete Renaissance. Auch die gesellschaftliche Öffentlichkeit scheint zunehmend sensibler zu werden im Blick auf religionsästhetische Fragen. Damit geraten der Öffentlichkeitscharakter und die kulturelle Bedingtheit von Liturgie ins Blickfeld. Was trägt das liturgische Formenspiel aus zur Deutung spätmoderner Kultur? Und wo verhelfen Kulturformen zu einem vertieften Verständnis der Liturgie? Der Gang durch den Sonntagsgottesdienst führt an einzelnen liturgischen Stücken entlang und hebt ihren religionsästhetischen Eigensinn hervor. Die gottesdienstlichen Etüden stehen in der Tradition semiotischer Liturgik.
 

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN, Ralph KUNZ (Hg.):
Praktische Theologie des Alterns.
Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs – Practical Theology in the Discourse of the Humanities (PThW Bd. 4)
Berlin/New York: deGruyter 2009

617 Seiten
ISBN: 978-3-11-021280
Gebunden: 98,00 EUR


Der demographische Wandel und seine gesellschaftlichen Konsequenzen haben die gerontologische Forschung in den Fokus des gegenwärtigen interdisziplinären Wissenschaftsdiskurses gerückt. In der Praktischen Theologie spiegelt sich diese Entwicklung bisher vor allem in Überlegungen zur Seelsorge und zur Bildungsarbeit mit Seniorinnen und Senioren. Das Spannungsfeld von „Best Ager“ auf der einen und der wachsenden Zahl dementer Hochaltriger auf der anderen Seite beschäftigt beide Disziplinen.
Dieser Band überwindet diese Partikularität. In direkter Auseinandersetzung mit gerontologischen Grundsatzdiskursen werden zentrale Aspekte des Alterns wie z.B. Leiblichkeit, Weisheit, Erinnerung, Zeitwahrnehmung, Generation, Orte und Medienwirklichkeit reflektiert. Im Durchgang durch die einzelnen praktisch-theologischen Disziplinen werden Impulse für eine gesteigerte Deutungs- und Handlungskompetenz hinsichtlich der Wahrnehmung des Alterns entfaltet.

Thomas KLIE, Silke LEONHARD (Hg.):
Performative Religionsdidaktik. Religionsästhetik – Lernorte – Unterrichtspraxis.
Stuttgart: Kohlhammer 2008

238 Seiten
ISBN 978-3-17-020562-8
28,00 EUR


Die Performative Religionsdidaktik wird derzeit in Theorie und Praxis breit rezipiert. "Performativ" steht für eine breite Palette möglicher Unterrichtsinszenierungen: die Darstellung von Sprechakten, die Gestaltung theatraler oder ritueller Handlungen sowie die Verkörperung von Botschaften bei der Lektüre oder bei der Textproduktion.
Dieser Band führt umfassend in das Konzept der Performativen Religionsdidaktik ein: Neben theoretischen Beiträgen zu Performanz und Bildung werden verschiedene Lernorte und Erschließungsperspektiven diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf den vorgestellten Unterrichtsentwürfen, die zur eigenen Umsetzung anregen.

Prof. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie an der Universität Rostock.
Dr. Silke Leonhard ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt/Main und Studienrätin an einem Gymnasium in Hannover.

Thomas KLIE, Martina KUMLEHN (Hg.):
Aging – Anti-Aging – Pro-Aging. Altersdiskurse in theologischer Deutung.
Stuttgart: Kohlhammer 2008

235 Seiten
ISBN 978-3-17-020570-3
26,00 EUR


Altern ist nicht nur ein medizinischer und sozialer Vorgang – es verlangt ein hohes Maß an Deutungsarbeit. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zeigen, welche Impulse und Grundlagen das weite Spektrum theologischer Deutung – quer durch alle Teildisziplinen – für einen konstruktiven Umgang mit dem Alter und seinen Herausforderungen bietet. Sie gehen dabei folgenden Fragen nach: Welche religionsgerontologischen Probleme bestimmen theologisches Nachdenken über das Altern? Wie lässt sich Altern systematisch-theologisch deuten? Welche Impulse bieten die großen biblischen Erzählungen zur Wahrnehmung des Alters? Wie lassen sich religions- und kulturhermeneutische Erkenntnisse zum Altern praktisch-theologisch fruchtbar machen? Wie kann die Diakonie auf differenzierte Prozesse des Alterns reagieren?
Prof. Dr. Martina Kumlehn lehrt Religionspädagogik, Prof. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie – beide an der Theologischen Fakultät an der Universität Rostock.
 

Thomas KLIE (Hg.):
Performanzen des Todes. Neue Bestattungskultur und kirchliche Wahrnehmung.

Stuttgart: Kohlhammer 2008
233 Seiten
ISBN  978-3-17-020164-4
28,00 EUR

Der Band ist vergriffen.

Schon seit längerem schwindet das Bewusstsein vom Öffentlichkeitscharakter des Todes. Das zunehmende Diskretionsbedürfnis verändert die tradierte Sepulkral-kultur. Werden aber zugängliche Grabstellen, öffentliche Feiern und identifizierbare Inschriften nicht mehr gewollt dann büßt der Todesfall mehr und mehr seinen Zeichencharakter ein.
Als Gegenbewegung dazu etabliert sich ein gesteigertes Inszenierungsbedürfnis. Durch den Verlust des kirchlichen Ritenmonopols kommen mehr und mehr popkulturelle Deutungen des Ablebens zur Darstellung. Die Medien verstärken spürbar das Interesse an alternativen Bestattungsformen. Neue Orte abseits der Friedhöfe entstehen, wie etwa Friedwälder oder Columbarien. Der Friedhofszwang lockert sich, Urnen werden zur „Mobilie". Im Internet bildet sich eine alternative Form mediatisierter Trauer.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes wollen prognostische Deutungen der gegenwärtigen Entwicklungen liefern. Im geschärften Blick auf den Wandel und die Pluralisierung der Bestattungskultur werden Herausforderungen und Ansatzpunkte für eine erneuerte kirchliche Praxis sichtbar.

Thomas SCHLAG, Thomas KLIE, Ralph KUNZ (Hg.):
Ästhetik und Ethik. Die öffentliche Bedeutung der Praktischen Theologie.
Zürich: Theologischer Verlag Zürich, 2007
219 Seiten
ISBN  978-3-290-174408
24,80 EUR


Praktische Theologie zeichnet sich in ihren gegenwärtigen Theoriebildungen und aktuellen Schwerpunktsetzungen durch unterschiedlichste interdisziplinäre Diskursbezüge aus. Ist sie damit noch als profilierte Deutungswissenschaft von Christentumspraxis und gelebter Religion identifizierbar? Bedarf es zu ihrer öffentlichen Relevanz womöglich erneut eines einheitsstiftenden Paradigmas? Ethische und gesellschaftliche Fragestellungen rücken infolge ästhetische orientierter Deutungskategorien in den Hintergrund. Zugleich sind Tendenzen zu einer einseitig individualitätsbezogenen Deutungspraxis und innerkirchlichen Emigrationsbewegung zu beobachten.
Die Beiträge des Bandes erschliessen das Verhältnis von  «Ästhetik und Ethik» im Selbstverständnis der Teildisziplinen der Praktischen Theologie sowie im Horizont ihrer öffentlichen Relevanz. Eröffnet werden Perspektiven für die zukünftige praktisch-theologische Theoriebildung in der gesellschaftlichen und religiösen Pluralität der Gegenwart sowie für die universitäre Ausbildung und kirchliche Praxis.

Thomas KLIE (Hg.):
Valentin, Halloween & Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis.

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2006
250 Seiten
ISBN- 10: 3-374-02418-1
ISBN- 13: 978-3-374-02418-6
16,80 EUR

Der Band ist vergriffen.

Ob Weihnachten, Ostern oder Pfingsten - christliche Feste strukturieren das Jahr. Doch mit Valentinstag, Halloween und Co. sind Feierlichkeiten hinzugekommen, die stark in unseren Alltag hineinwirken. Woher kommen diese Feste? Wie, seit wann und warum werden sie gefeiert?
Die Autorinnen und Autoren des Buches geben Antworten auf diese Frage und bieten Impulse und Materialien für die religionspädagogische Arbeit
Valtentinstag, Karneval, 1. Mai, Muttertag, Vatertag, Einschulung, Schützen- und andere Volksfest, Halloween, Weihnachtsmärkte, Silvester.

Bärbel HUSMANN, Thomas KLIE:
Gestalteter Glaube. Liturgisches Lernen in Schule und Gemeinde. TLL Thema.

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2005
203 Seiten
ISBN   3-525-61557-4
23,90 EUR

Der Band ist vergriffen.

Religion ist Praxis: Handeln, Gestalten, Begehen. Wenn nicht Alltag, so doch „Sonntag". Nur so kann sie auch unterrichtlich vermittelt werden. Wie beten Christen, welche Gestalt hat ein Gottesdienst, was geschieht bei Abendmahl, Taufe, Beerdigung? Ein Blick in die aktuellen Lehrwerke für das Fach Religion zeigt, dass die Gebetshaltungen der Muslime und die Sabbat-Gebräuche der Juden anschaulich präsentiert sind. - Die Christen aber hätten nichts als Worte!?
Das Buch nimmt die Scheu davor, christliche Glaubenspraxis im Unterricht anschaulich zu machen. Es erklärt die alltags- und lebensbegleitenden Rituale der Kirche und gibt praktische Anregungen zur Begegnung mit gelebter Religion im Klassenzimmer. Dabei geht es um Erprobungen, nicht um die heilige Handlung in ihrer Unverfügbarkeit.
Die Autoren
Bärbel Husmann ist Dozentin am Religionspädagogischen Institut Loccum. Dr. Thomas Klie lehrt Praktische Theologie an der Universität Rostock.
 

Thomas KLIE, Silke LEONHARD (Hg.):
Schauplatz Religion. Grundzüge einer Performativen Religionspädagogik.

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 22006 [12003]
346 Seiten
ISBN 3- 374-02093-3
28,00 EUR

Der Band ist vergriffen.

Religionsunterricht ist ein leibhaftes und raumgreifendes Geschehen. Religiöse Inhalte gibt es nur in gestalteten Formen: Lerngegenstände werden gemeinsam eingeordnet, Ausdruckshandlungen hervorgebracht, Zeiträume wahrgenommen und Denkbewegungen vollzogen. Religiöse Lernprozesse kommen durch Körperhaltungen und vorgehaltene Räume praktisch „in Form" - sie stellen in dramaturgischer Perspektive ein performatives Geschehen dar.
Das Anliegen dieses Sammelbandes ist, Unterricht als „Performance", als didaktische Inszenierung von Leib und Raum zu betrachten. Hierbei treffen didaktische und liturgische Zugänge auf phänomenologische, raumtheoretische und rezeptionsästhetische Sichtweisen. Die theoretischen Reflexionen werden anhand von unterrichtspraktischen Beispielen konkretisiert.

Thomas KLIE:
Zeichen und Spiel. Semiotische und spieltheoretische Rekonstruktion der Pastoral­theologie. (Habil.-Schr.)
Praktische Theologie und Kultur Bd. 11.

Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2003
505 Seiten
34,95 EUR

Der Band ist vergriffen.

Kirchliche Praxis – ein Spiel? Was hier sonderbar klingt, erschließt Thomas Klie zu einer plausiblen Theorie pastoraler Handlungsvollzüge: Gottesdienst und Predigt, Unterricht und Seelsorge sind „Spiele“ – regelgeleitetes Tun auf Zeit, die das Evangelium in unterschiedlicher Weise in Zeichen in Szene setzen. Unter Rückgriff auf anthropologische Spieltheorien von J.Huizinga, E.G.Craiug und J.Piaget sowie die Semiotik U.Ecos gelingt es diesem werk, die Teildisziplinen der Praktischen Theologie – Liturgik, Homiletik, Poimenik und Religionspädagogik – einander neu zuzuordnen und füreinander durchlässig zu halten.
 

Bernhard DRESSLER, Thomas KLIE, Carsten MORK (Hg.):
Konfirmandenunterricht. Didaktik und Inszenierung.

Hannover: Lutherhaus, 2001
392 Seiten
ISBN  3-7859-0832-6
24,54 EUR

Der Band ist vergriffen.

„ Der Konfirmandenunterricht ist ein didaktisches Geschäft.“
Diese Erkenntnis des protestantischen » Kirchenvaters« und Pädagogen Friedrich Schleiermacher droht heute in Vergessenheit zu geraten. In dieser genuin protestantischen Bildungsveranstaltung geht es nicht nur um pädagogische Kunstgriffe. Sie muss vielmehr als umfassendes Lehr-Lern-Gefüge erfasst werden, in dem vier Ebenen der Didaktik – Deskription, Präskription, Analyse und Planung – als eine nicht zu trennende Einheit erscheinen. Die Didaktik des Konfirmandenunterrichts umfasst mehr als nur die Summe ihrer Teile. Dieser Band misst den didaktischen Ort der kirchlichen Unterweisung neu aus. Es werden theologische, liturgische, pädagogische und methodische Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zueinander in Beziehung gesetzt. Das besondere Augenmerk gilt dabei dem Begründungshorizont und der Verhältnisbestimmung von Form und Inhalt.

Thomas KLIE (Hg.):
Darstellung und Wahrnehmung. Religion im medialen Crossover.
Münster: Lit-Verlag, 2000

264 Seiten
20,90 EUR


Als deutungsbedürftiges Geschöpf beginnt der nachmoderne Mensch sich erst langsam daran zu gewöhnen, dass ihm keine beobachterunabhängige Realität mehr zuhanden ist. Wenn aber letztlich alles zum Zeichen wird, was garantiert dann die Verlässlichkeit der sprachlichen und reflexiven Bezugnahmen auf Wirkliches? Was verleiht unseren Bildern von Welt Wahrheit? – Die in diesem Band versammelten Beiträge stellen sich in sehr unterschiedlicher Weise diesen Fragen. Sie stehen allesamt in gewisser Spannung zu Hermann Timms kategorischem Verdikt, nach dem von der akademischen Theologie zur Pragmatik des Mediengeschäfts nur wenig zu erwarten ist.

Thomas KLIE:
Verheißung vergegenwärtigen im Berufsschul-Religionsunterricht. Eine didaktisch-theolo­gische Grundlegung. (Diss.)
Arbeiten zur Praktischen Theologie Bd. 14.
Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2000


Die Berufsbildenden Schulen sind das komplexeste, nach Schülerzahlen knapp hinter der Grundschule größte, zugleich aber auch am wenigsten bekannte schulische Bildungssystem der Bundesrepublik. Etwa zwei Drittel eines Altersjahrganges schließen eine Ausbildung im dualen System ab. Die Zugehörigkeit des Religionsunterrichts zum Fächerkanon markiert dabei eine latente Konfliktzone, steht diese Schulform doch vorrangig unter einer direkten Gebrauchswertotientierung. DIe im Buch entwickelte Konzeption will dagegen dem Religionsunterricht in der Berufsschule zu einem identifizierbaren pädagogischen Ort verhelfen, indem sie die "Verheißung" als didaktische Erschließungskategorie ins Spiel bringt. Der Autor rekonstruiert dabei ein Unterrichtsmodell, bei dem Erfahrungen jugendlicher Berufsschüler und evangelische Religion sich gegenseitig erschließen. In Verheißungen (lebensweltlichen wie biblischen) kann Religion beim Wort genommen und auf ihre Lebensdienlichkeit hin befragt werden. Die Arbeit wurde von der Georg-August-Universität Göttingen als Dissertation angenommen.

Thomas KLIE (Hg.):
Spiegelflächen. Phänomenologie – Religionspädagogik – Werbung.
Münster: Lit-Verlag, 1999

256 Seiten
ISBN 3-8258-4566-4
20,90 EUR


Die Pluralisierung religiösen Zeichengebrauchs hat ein ganze Reihe von neuen Deutungsspielen eröffnet. In ihnen spielt die Wahrnehmung von Oberflächen eine entscheidende Rolle. Das Subjekt sieht sich konfrontiert mit einer bunten Vielfalt lokaler Rationalitäten, die sich unabhängig voneinander, gegeneinander oder ineinander im Modus der Präsentation Anerkennung verschaffen. Oberflächen-Phänomene erlangen eine das kommunizierende Subjekt orientierende Relevanz. Eine Religionspädagogik, die ihr Aufmerken auf  religiöse Referenzen in der Werbung richtet – also auf bestimmte Erscheinungsformen „schön inszenierter“ Religion- wird auf ästhetischem, phänomenologischem bzw. semiotischem Wege ihre Gegenstände zu erschließen haben. Die in diesem Band abgedruckten Beiträge bringen in je unterschiedlicher Weise zum Ausdruck, dass die an den Rändern einer ästhetischen Erfahrung aufbrechenden religiösen Fragen auf eine theologisch reflektierende Hermeneutik drängen.

Thomas KLIE (Hg.):
Der Religion Raum geben. Kirchenpädagogik und religiöses Lernen.
Münster: Lit-Verlag, 32003 [11998]
176 Seiten
ISBN 3-8258-3723-8
17,90 EUR


Mit Beiträgen von
B. Dressler, Chr. Grethlein, M. Josuttis; Th. Klie, Chr. Kürschner, G.M. Martin, A. Mertin, H.G. Soeffner, K. Raschzok, Chr. Ricker
 

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  1. Darstellung und Wahrnehmung kirchlicher Praxis (Pastoralästhetik)
  2. Untersuchungen zur spätmodernen Religionskultur und Religionshybride (theol. Kulturhermeneutik)
  3. Formen zivilreligiöser und liturgischer Performanz (Spieltheorie)
  4. Sepulkralkultur

Projekte

Friedhof & Leben.
Eine Pilotstudie zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit kirchlicher Friedhöfe

Prof. Dr. Thomas Klie / Dipl. Theol. Jakob Kühn / Reinhard Wienecke, M.A.

Die Veränderungen in der Bestattungskultur wirken sich auch direkt auf die Friedhöfe aus. Viele kirchliche Friedhöfe geraten nicht nur unter Innovationsdruck, sondern auch in finanzielle Schwierigkeiten. Anhand exemplarisch ausgewählter Friedhöfe der Nordkirche sollen in Kooperation mit den jeweiligen Friedhofsträgern und Gemeinden Entwicklungspotenziale ausgelotet und erprobt werden. Der Prozess wird in 3 Workshops wissenschaftlich begleitet.
Die Ergebnisse werden in einer Studie publiziert, die dann allen Gemeinden und Friedhofswerken zur Verfügung gestellt wird.
Finanziert wird das Projekt durch Mittel der Landeskirche, der Stiftung »Kirche mit Anderen«, der »Stiftung Deutsche Bestattungskultur« sowie von Kirchenkreisen und Gemeinden.

Laufzeit: 12 Monate; Volumen: 40.000 EUR
 

Deutungsmacht. Religion und belief systems in Deutungsmachtkonflikten (DFG-GRK 1887)

Prof. Dr. Peter A. Berger, Prof. Dr. Yves Bizeul, Prof. Dr. Judith Gärtner, Prof. Dr. Heiner Hastedt, Prof. Dr. Klaus Hock, Prof. Dr. Thomas Klie, Prof. Dr. Martina Kumlehn, Prof. Dr. Gesche Linde, Prof. Dr. Gesa Mackenthun, Prof. Dr. Stephanie Wodianka

Wie entsteht, ‚funktioniert‘ und vergeht Deutungsmacht, exemplarisch im Kontext von Religion und belief systems? Anhand signifikanter Deutungsmachtkonstellationen und -konflikte soll Deutungsmacht in Genese und Geltung sowie in Geschichte und Gegenwart untersucht werden, um zu klären: Was für eine Form oder Dimension von Macht ist Deutungsmacht? Was für Macht haben oder entwickeln Deutungen (von Religionen bzw. ihren Vertretern, Institutionen, Amtsinhabern oder ‚Charismatikern‘, Diskursen oder Dispositiven etc.)? Wann und warum werden sie anerkannt oder nicht mehr?Deutungsmacht ist im Normalfall bereits anerkannt und gilt fraglos, indem ihr gefolgt wird (z.B. Jesus, Schrift, Grundrechte). Wie sie entstand und warum ihr gefolgt wird, bleibt entweder unthematisch (latent) oder wird u.a. in Narrationen wie Mythen oder biblischen Texten explizit. Um das zu verstehen, ist der liminale Ausnahmefall der Genese einer Deutungsmacht(-ordnung) retrospektiv zu untersuchen. Der Normalfall wird in beschleunigten und pluralisierten Gesellschaften problematisch (Krise der Kirchen, des Schriftprinzips, der Sittlichkeit etc.). Der Konfliktfall wird manifest in Deutungsmachtkonflikten (wie Regel- oder Ordnungskonflikten): Der Anspruch einer Deutung auf Anerkennung und Geltung wird explizit und begründungsbedürftig im Streit verschiedener Deutungen um Macht. In den exemplarischen Projekten sollen daher Interferenzen von Semantik (der Deutungen) und Struktur analysiert werden (Ordnungen, Dispositive). Die gesellschaftliche Relevanz des Projektes besteht in der Differenzierung des Verstehens kultureller Deutungsmachtkonflikte, das der Verständigung und Bearbeitung derselben förderlich werden kann. Diese hermeneutische Kompetenz muss auch kritisch sein, um die Grenzen von Deutungsmacht/-ansprüchen (wie auch des Konzepts Deutungsmacht) bestimmen zu können.
www.deutungsmacht.uni-rostock.de

Abgeschlossene Projekte

Artefakt und Erinnerung. Die Pragmatik materialer Ästhetik im Trauerprozess am Beispiel von „Erinnerungsdiaman­ten“

Dr. Thorsten Benkel / Uni Passau, Prof. Dr. Thomas Klie / Rostock

Welche Rolle spielen „Erinnerungsdiamanten“ im Trauerprozess von Hinterbliebenen, die sich dazu entschieden haben, die Kremationsasche ihres verstorbenen Angehörigen in Form einer kristalli­nen Preziose aufzubewahren? – Hiermit ist die globale Forschungsfrage umrissen, die im Rahmen dieses Vorha­bens einer Beantwortung zugeführt werden soll. Dabei korrelieren Fragen des Umgangs (Pragmatik) mit Fragen der Ästhetik, die im Kontext von Trauerprozessen eine besondere Bedeutung erlan­gen. Für die Diamantpressung gibt es in der an fakultativen Gestaltungsvarianten reichen Bestattungskul­tur keinerlei kulturelle Vorbilder. Die Fa. Algordanza, die seit 2004 diese Diaman­ten im Kundenauftrag herstellt, hat ein bislang einzigartiges Verfahren entwickelt, das im Modus ei­ner doppelten Transformation (Kremierung der sterblichen Überreste/ Pressen des in der Kremati­onsasche enthaltenen Kohlenstoffs zu Industriediamanten) Erinnerungsartefakte produ­ziert, die den Verstorbenen in ganz besonderer Weise für die Angehörigen repräsentieren. Neu ist, dass der Ver­stor­bene gleichsam postmortem materiellen Anteil hat am Artefakt, das an ihn erinnert. 

Laufzeit: 12 Monate (01.10.18 bis 30.09.19); Volumen: ca. 50.000 EUR; gefördert von der Fa. Algordanza, Domat/Ems; Schweiz

Das Projekt wurde am 30.08.2019 abgeschlossen. – Die Ergebnisse sind publiziert in:

  • Thorsten Benkel/Thomas Klie/Matthias Meitzler: Der Glanz des Lebens. Aschediamant und Erinnerungskörper, Göttingen: Vandenhoeck 2019.

 

Märkte des Besonderen. Religionshybride Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern (DFG: KL 1294/5-1)

Prof. Dr. Th. Klie / Praktische Theologie, Prof. Dr. P. A. Berger / Makrosoziologie, Prof. Dr. K. Hock / Religionsgeschichte – Religion und Gesellschaft

In diesem Projekt soll unter Rückgriff auf die Ergebnisse des Vorgängerprojekts »Religionshybride« das »erweiterte religiöse Feld« (Bourdieu) im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern rekonstruiert werden, dem die drei signifikanten Bereiche »Heilung und Heil«, »Ökologie und Spiritualität« sowie »Kunsthandwerk und spirituelle Kunst« zuzurechnen sind. Dieses Feld konstituiert und organisiert sich als soziale Praxis über netzwerk- und marktförmige Formen der Vergemeinschaftungen und Vergesellschaftungen und »Märkte des Besonderen«. Diese Märkte und die zugehörigen Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung können auch religiöse Kommunikationen eröffnen, stabilisieren oder verstärken. Religionshybride Dienstleistungen und symbolisch aufgeladene Artefakte werden dabei als »singuläre Produkte« gehandelt, die einer externen Bewertung bedürfen.
Glauben und Vertrauen sorgen hier für Vorhersehbarkeit und die Möglichkeit eines kontinuierlichen Austauschs. Diese besonderen (Markt-)Mechanismen wurzeln in symbolischen Systemen, die Wissen und Überzeugung verbinden. Als Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung repräsentieren bestimmte Netzwerke und Expert(inn)en die sozialen und kulturellen Möglichkeitsbedingungen solcher spezifischen »Märkte des Besonderen«.
Durch diesen Zugriff werden Beschränkungen (neo-)klassischer, ökonomischer Marktvorstellungen transformiert und überwunden. Um diese Austauschprozesse erfassen zu können, soll hier neben religionssoziologischen Ansätzen (H. Hervieu-Léger) vor allem auf neuere wirtschaftssoziologische Konzepte (L. Karpik) zurückgegriffen werden. Neben Fragen nach den „äußeren“ Struktur- und Stabilitätsbedingungen von Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung ergeben sich in religionswissenschaftlicher Perspektive weiterführende Fragestellungen zur internen Strukturierung dieses erweiterten religiösen Felds, die in den drei genannten Bereich mithilfe netzwerkanalytischer Methoden sowie mithilfe leitfadengestützter Interviews und teilnehmender Beobachtungen untersucht werden sollen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, die Förderungssumme beläuft sich auf etwa 500.000 EUR.
www.wiwi.uni-rostock.de/maerkte-des-besonderen/

Das Projekt wurde am 30.08.2019 abgeschlossen. – Die Ergebnisse sind publiziert in:

  • Antje Mickan/Thomas Klie/Peter A. Berger (Hg.): Räume zwischen Kunst und Religion. Sprechende Formen und religionshybride Praxis, Bielefeld: transcript 2019.
  • Martin Tulaszewski/Klaus Hock/Thomas Klie (Hg.): Was heilt. Krankheitsdeutungen zwischen Religion, Medizin und Heilkunde, Bielefeld: transcript 2019 (erscheint).
  • Hagen Fischer/Klaus Hock (Hg.): Ökologie – Gemeinschaft – Spiritualität. Ganzheitliche Lebensweisen auf den ‘Märkten des Besonderen’, Bielefeld: transcript 2020 (erscheint).

 

Kirchenkolumbarien – eine empirische Studie zum Nutzungsverhalten am Beispiel der evang. Nazareth-Kirche/Hannover-Südstadt, St. Martin/ Hoheneggelsen, St. Ludgeri/ Wolfsburg-Ehmen sowie der kathol. Hl. Herz Jesu Kirche/Hannover-Misburg

Prof. Dr. Thomas Klie / Dr. Sieglinde Sparre, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Theologische Fakultät

Rostock Ziel dieser Untersuchung ist es, Aufschlüsse über Motive der Rezipientinnen und Rezipienten der vier niedersächsischen Kirchenkolumbarien und deren Nutzungsverhalten zu erlangen. Gefragt werden soll nach den individuellen Beweggründen für diese exponierte sepulkrale Option.
Im Rahmen eines mehrperspektivischen Zugriffs sollen parallel auch die Träger dieser vier Kirchenkolumbarien nach ihren Erfahrungen mit den Angehörigen bzw. Interessenten sowie Gemeindeglieder aus den betreffenden Kirchengemeinden nach ihrer Wahrnehmung des Kirchenkolumbariums befragt werden.
Neben drei Kirchenkolumbarien in evangelischer Trägerschaft sollen (als Kontrollgruppe) auch die entsprechenden Zielgruppen eines Kolumbariums in katholischer Trägerschaft befragt werden.
Die Untersuchung ist auf 6 Monate angelegt. Projektbeginn: 01.03.2017.
Gefördert wird diese Studie von der Hanns-Lilje-Stiftung Hannover (www.lilje-stiftung.de) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Das Projekt wurde am 30.09.2017 abgeschlossen. – Die Ergebnisse sind publiziert in:

  • Thomas Klie/ Sieglinde Klie/ Kristian Herrmann: Kirchenkolumbarien in Niedersachsen. Eine Rezeptionsstudie, Rostock: Theologische Fakultät 2017.

 

Religionshybride – Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern (DFG: KL 1294/4-1)

Prof. Dr. Thomas Klie / Praktische Theologie (Sprecher), Prof. Dr. Klaus Hock / Religionsgeschichte; Prof. Dr. Peter Berger / Makrosoziologie

Gegenstand des Forschungsvorhabens sind religionshybride Ausdrucksge­stalten, die sich im Kontext des Phänomenbereichs Kirchbauvereine, Gutshausve­r­eine und alternative Gemeinschaften zeigen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit sich um bestimmte symbolische Orte im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns (Dorfkirchen, Guts­häuser, ehe­malige LPG-Anlagen u.a.) eine hybride Kultur religionsaffiner, religionsäquivalenter oder explizit religiöser Szenen performiert.
In den Blick kommen vor allem Formen posttraditionaler Vergemeinschaftung und Vernetzung, all­tagsästhetische Formgebungen, Festkultur und „Events“ (z.B. Hoffeste), Wert­haltun­gen und Motive.
Der gemeinsame Ge­genstandsbereich soll dabei unter dem mehrperspektivischen Zugriff von Praktischer Theologie, Religionswissenschaft und Soziologie beleuchtet werden. Dieser Gegenstandsbereich wird auf die Muster subjektiver Sinngebungen und die Logik einer gemeinsam geteilten performativen Praxis hin befragt, ohne die Konsistenz einer positiven Religion vorauszusetzen. Zu untersuchen sind dabei religiöse Sinnsichten, die nicht bzw. nicht mehr im Zentrum der kulturellen Wahrnehmung ste­hen und sich in bestimmte Szenen verlagern bzw. dort neu erwachsen.

Laufzeit: 36 Monate; Fördervolumen insges. ca. 400.000 EUR
www.religionshybride.de

Das Projekt wurde im Dezember 2013 abgeschlossen. – Die Ergebnisse sind in den beiden Bänden publiziert worden:

  • Peter A. Berger, Klaus Hock, Thomas Klie (Hg.): Hybride Religiosität – posttraditionale Gemeinschaft. Kirchbauvereine, Gutshausvereine und alternative Gemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Rostocker Theologische Studien, Bd. 26, Münster: Lit 2014
  • Berger, Peter A. / Hock, Klaus / Klie, Thomas (Hg.): Religionshybride. Religion in posttraditionalen Kontexten. Heidelberg: Springer-Verlag 2013.

 

„Gestaltqualität“ des religiösen Unterrichts. Didaktische Bedingungen symbolischer Kommunikation

Hier geht es darum, die semantischen Gehalte religiöser Kommunikation stärker als bisher vermit­tels ihrer performativen Inszenierungsmuster zu erschließen. Wie weit kann unter posttraditionalen Bedingungen im kirchlichen und schulischen Unterricht Religion in ihren genuinen, über wort­sprach­liche Muster hinausgehenden Formen zu Darstellung kommen?
In einer empirischen Studie werden konkrete Stundenverläufe im Konfirmanden- und Religionsunterricht videographisch aufgezeichnet und analysiert. Dieses Projekt zur Unterrichtsforschung wird in Kooperation mit Prof. Dr. Bernhard Dressler/Theologische Fakultät, Universität Marburg durchgeführt.
Das Projekt ist im März 2012 abgeschlossen worden - die Ergebnisse sind publiziert worden in dem Band:

  • Bernhard Dressler / Thomas Klie / Martine Kumlehn: Unterrichtsdramaturgien. Performanz als deskriptive Kategorie der Analyse von Religionsunterricht. Stuttgart: Kohlhammer 2012.

 

Riskante Liturgien

Wenn Katastrophen oder andere Ereignisse eintreten, die die Gesellschaft als ganze bewegen, dann werden in aller Regel große öffentliche Gottesdienste gefeiert, um die Trauer und die Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Es überrascht, in welch hohem Maße in der "postsäkularen Gesellschaft" (Jürgen Habermas) Gottesdienste zu gesellschaftlich relevanten Anlässen gefeiert werden: Tsunami, Erfurt und Winnenden, Einweihung des Berliner Hauptbahnhofs und Tag der Deutschen Einheit – Krisensituationen und Staatsakte drängen in eine gottesdienstliche Darstellung und Deutung. Zugleich prägen sie die liturgischen Formen einer Gottesdienstkultur, in der die Kirche öffentlich Präsenz zeigen soll. In diesen "riskanten Liturgien" wächst der Kirche die zivilreligiöse Aufgabe einer öffentlichen Trauer- und Deutungsarbeit zu. Eine Arbeitsgruppe der Liturgischen Konferenz der EKD hat hierzu 2 Jahre gearbeitet; 2011 ist das Projekt mit einer Publikation abgeschlossen worden.

  • Kristian Fechtner / Thomas Klie (Hg.): Riskante Lituirgien. Gottesdienste in der gesellschaftlichen Öffebntlichkeit. Stittgart: Kohlhammer 2010.

 

Anlässe und Gestalt des zivilreligiösen Festtagskalenders

Untersucht werden sollen die Ausdifferenzierungsprozesse nach-christlicher Zeitwahrnehmung anhand der zivilreligiösen Festtags­kultur. Wo und in welcher Weise verlagert sich die Deutungs­kraft kirchen­jahres­zeitlicher Sinngebungen auf andere Feiern wie z.B. Valentinstag, Halloween und Silvester?
Dazu ist bereits erschienen: Thomas Klie (Hg.): Valentin, Halloween und Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis. Evangelische Verlagsanstalt: Leipzig.
Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit der Arbeit des Ausschusses der Liturgischen Konferenz „Öffentliche Liturgien“.
Das Projekt ist 2006 abgeschlossen worden - die Ergebnisse sind publiziert worden in dem Band:

  • Thomas Klie (Hg.): Valentin, Halloween & Co. Zivilreligiöse Feste in der Gemeindepraxis. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2006.
Mitgliedschaften

Mitgliedschaften

  • Liturgische Konferenz (Sachverständiger und Mitglied im Ausschuss „Erinnerungskasualien“) (LK)
  • tellvertretender Institutssprecher des Instituts für interdisziplinäre Bildforschung (IFIb)
  • Stellvertretender Institutssprecher im Institut für Text und Kultur (ITK)
Promovendinnen/ Promovenden

Promovendinnen/ Promovenden

Sabine Zorn
(Pfarrerin i.R., bis 2015 Studienleiterin am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Villigst)

eszet(at)imail.de
"Eines Christen Handwerk ist beten – Der Ort des Stundengebetes in der evangelischen Gottesdienstlandschaft"
Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass das Stundengebet – bislang nur in Klöstern und geistlichen Gemeinschaften gepflegt – in die protestantische Bildungs- und Tagungskultur einwandert. Auch an anderen Orten wie dem Kirchentag oder in Citykirchen ereignet sich ein Rückgriff auf diese nicht-diskursive Form der Kommunikation des Evangeliums. Das Verhältnis von Kontemplation und Diskurs wird neu austariert und muss daher auch diskutiert werden. Ziel der Arbeit ist neben der Beschreibung der Geschichte des Stundengebetes und seiner momentanen Wiederentdeckung im Protestantismus die Einordnung dieses Phänomens in die aktuelle praktisch-theologische Diskussion um das Verhältnis von Liturgik und Homiletik sowie die Entwicklung von Kriterien zu seiner Beurteilung.
 
Simone Ripke
(Diplomtheologin, Heusenstamm/Frankfurt)

simone.ripke(at)gmx.de
"Die poimenische Praxis von Bestattungsunternehmen und Trauerbegleitungsinstitute"
Heute werden Phänomene grundlegender Änderung bezüglich der gesellschaftlichen Behandlung mit Trauer offenbar. Angebote zur Unterstützung von Trauernden durch Bestatter, von Angehörigen insbesondere pädagogischer/soziologischer Berufe, bis hin zu Psychiatern oder Psychologen werden immer zahlreicher, ohne den Anspruch zu verfolgen, seelsorgerlich tätig zu werden. Man faßt sie in dem rechtlich ungeschützten Begriff "Trauerbegleiter" zusammen. Aber: Kann es Trauerhilfe ohne Seelsorge geben? - Die seelsorgerliche Praxis soll an Orten außerhalb der Kirche empirisch erforscht und im Hinblick auf theologische, insbesondere poimenische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen analysiert sowie diskutiert werden.
Exemplarisch stehen zwei Gruppen im Fokus. Zum einen fallen die Bestatter in diesem Kontext stark ins Auge. Zunehmend etablieren sie Trauerhilfe oder -begleitung als kostenfreies oder entgeltpflichtiges Angebot in ihr Dienstleistungsspektrum oder zieren damit "lediglich" ihre Werbebanner. Daneben bieten seit Kurzem vermehrt selbsternannte, zum Teil selbstständige Trauerbegleiter kostenpflichtig Hilfe für Trauernde an.
 
Florian Dieckmann
(Magister Artium, Berlin)

Florian.Dieckmann(at)berlin.de
"Der Bremer Radikalismus. Neubegründung von Religion um 1900"
Theologie kann ebenso wie Religionswissenschaft letztlich kaum auf einen validen Religionsbegriff verzichten. Mit der Beforschung von Religionshybriden hat die Theologische Fakultät der Universität Rostock in diesem komplexen Kontext bereits signifikante Arbeiten vorgelegt. Zu fragen ist im Sinne einer weiteren Präzisierung dieses nun vorliegenden Diskurses, ob der Begriff des Religionshybrids auch auf den "Bremer Radikalismus", ein Phänomen der Neubegründung von Religion um 1900, Anwendung finden kann. Am Beispiel dieses Vorhabens radikal kulturprotestantischer Pastoren, die sich als religiöse Profis und "Entrepreneure der Religion" im Anschluss an Ernst Haeckel auf die Suche nach einer "Religion der Zukunft" machten, gilt die Untersuchung der Bestimmung der Grenze zwischen Religion und Religionshybrid im bis heute aktuellen Spannungsfeld von "Christentum und Kultur".
 
Paula Stähler
(Pastorin und Kollegiatin im Graduiertenkolleg >>Deutungsmacht<</GKR 1887)

paula.staehler(at)uni-rostock.de
"Heil und Heilung im Deutungsmachtkonflikt von Religion und Medizin"
Im Rahmen des Forschungsprojektes soll geklärt werden, wie sich der Zusammenhang von Heil und Heilung auch als Konflikt um Deutungsmacht zwischen Medizin- und Religiossystem darstellt. In einem zentralen Bereich menschlichen Lebens - bei der Frage nach Gesundheit und Krankheit, Heilung und Wohlergehen - stehen sich verschiedene Systeme als machtwirksame Deutungsangebote gegenüber. In dem Maße, in dem sie auf dieselben Phänomene rekurieren und selbstverständliche Deutungen fraglich werden, graten die Systeme in Konflikt. Zum einen geht es in der Untersuchung um die Deutungen selbst, die unterschiedliche Akteure (ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen, HeilerInnen, PfarrerInnen, PatientInnen) von Krankheit und Krankheitsursachen, Gesundheit, Heilung und Heil haben. Zum anderen soll empirisch untersucht werden, ob und wie sich Religionszugehörigkeit bzw. religiöse Orientierungen in diesem Feld auswirken. Die Deutungen und ihre Wirkmächtigkeit zeigen sich sowohl in expliziten Semantiken als auch in der Performanz. Der Vorstellungszusammenhang "Heilung" geht etwa deutlich über einen medizinischen Begriff hinaus und ist für religiöse Deutungen offen. Im Blick auf die Performanz werden Fragen nach professioneller Zuständigkeit, nach der Trennung von Wirkbereichen oder nach der Rolle bestimmter Personen und Wirkmechanismen in den Plausibilitätsstrukturen von Rezipienten untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass sich komplexe Korrelationen nachweisen lassen, die sich etwa im Zusammenhang von Glaubensüberzeugungen und der Präferenz von Heilungsmethoden und Wegen der Medizin zeigen. Anzunehmen ist, dass Akzeptanz von oder Missbrauch gegen sog. Schul- oder Alterativmedizin auch auf Motiven beruhen, die religionstheoretisch interpretierbar sind.
 
Dirk Battermann
(Diplom-Theologe, Berlin)

info(at)dirkbattermann.de
"Bestattung ohne Gott. Praktisch-theologische Hermeneutik säkularer Trauerfeiern."
Leben und Sterben enden mit dem Tod. An den Tod schließt sich die Abschiednahme in Form der Beisetzung an: es folgt die – zumeist christliche – Trauerfeier. Doch wie gestaltet sich die aktuelle Sepulkralkultur im urbanen Umfeld? Wie kommt es dazu, dass sich die Kasualie Bestattung in der heutigen Situation verselbständigt? In Berlin, der Stadt, in der Ost und West aufeinander treffen, verlassen immer mehr Christinnen und Christen die Kirche. Diese Menschen wollen ebenfalls beerdigt werden, aber nicht unbedingt von geistlich Redenden: Suchen ausschließlich die Konfessionslosen nach Alternativen zur christlichen Kasualie Bestattung oder auch Mitglieder christlicher Kirchen.
Die vorzulegende Arbeit will untersuchen, in welchem Rahmen Trauer- oder Grabredner, wie sie sich selbst bezeichnen, weltliche Trauerfeiern durchführen. Dazu sollen Trauerrednerinnen auf Trauerfeiern stichprobenartig begleitet werden. Anschließend erfolgt die empirische Auswertung dieser teilnehmenden Beobachtung: Bieten weltliche Trauerfeiern eine Alternative zur christlichen Trauerfeier? Gibt es Entsprechungen zur Auferstehung und dem Leben nach dem Tod in der weltlichen Trauerfeier? Haben diese Auferstehungsurrogate eine Trostfunktion? Spenden weltliche Trauerfeiern Trost?
 
Elisabeth Bacher
(M.A., Wien, Österreich)

bacher1(at)gmx.at
"Wallfahren/Pilgern zwischen kirchlicher Praxis und religiöser Wellness. Eine qualitative Untersuchung zur Mariazell-Wallfahrt (Österreich)"
Pilgern ist eine alte religiöse Praxis, die in den meisten Religionen der Welt gepflegt wird. In den letzten 20 Jahren wurde diese Spiritualitätsform u.a. durch die steigende und anhaltende mediale Präsenz immer populärer. Auch zahlreiche evangelische Christinnen und Christen haben diese nach 1.200-jähriger gemeinsamer Geschichte im 16. Jahrhundert aufgegebene Religionspraxis in den vergangenen zwei Jahrzehnten für sich neu entdeckt.
Wallfahren/Pilgern ist eine Möglichkeit, Aktion und Kontemplation sowie die Suche nach Wahrheit und Schönheit respektive die Sehnsucht nach Gemeinschaft auf spezifische Weise zu vereinen. Die Spezifik besteht in der durch die Ambulanz ermöglichte interimistische Intensivierung von Religion bzw. religiöser Erlebnisse, die zu Erfahrungen werden können. Ein adäquates Modell, um dies wissenschaftlich zu differenzieren und zu erforschen, liegt im Dimensionenmodell von Charles Y. Glock vor, dessen Dimensionen von Annette Wilke neu gefasst und erweitert wurden.
Konkretisiert wird dies anhand von Wallfahrten nach Mariazell, dem 858-jährigen österreichischen Wallfahrts- und Pilgerort par excellence mit historisch induzierter internationaler Bedeutung (jahrhundertelanges Zentralheiligtum der Habsburgischen Donaumonarchie) und Pilgerreisen evangelischer Christinnen und Christen auf Mariazeller Wallfahrts- oder anderen Pilgerwegen. Der Gruppe der Mariazell-Wallfahrenden werden die Antworten der evangelischen Kontrollgruppe, die aus evangelisch-lutherischen, evangelisch-reformierten und evangelisch-methodistischen Pilgernden aus Deutschland, der Schweiz und Österreich besteht, kontrastiv gegenübergestellt. Was bewegt Menschen zu einem solchen Aufbruch? Worin besteht nun das religiöse Surplus dieser ambulanten Religions-, Spiritualitätspraxis?

Christian Pieritz
(Diplom-Theologe, Kühlungsborn)

christianpieritz(at)yahoo.de
"Evangelische Ökonomik"
Das problematische Verhältnis von Ökonomie und Theologie lässt sich an der Inkompatibilität der jeweiligen Logiken aufzeigen. Während die Ökonomie im Zeichen der Knappheit, Reziprozitäten und Äquivalenzen operiert, kann in der Theologie „Gabe“ als Urwort gelten. Das führt zu Plausibilitätsproblemen und Dissonanzen bei religiösen Individuen und kirchlichen Organisationen, aber auch in den Diskursen der Praktischen Theologie, Religionsökonomik und ev. Wirtschaftsethiken. Ökonomie hat implizite Glaubensstrukturen, wirkmächtige Axiome und eine religiöse Semantik (Kredit und Credo, Erlös und Erlösung). Darum sollen in Auseinandersetzung mit dem Homo oeconomicus-Modell und der Neuen Institutionenökonomik die Konstanten einer evangelischen Ökonomie aus lukanischen und paulinischen Texten, sowie von der Reformation als Dekommerzialisierung her erarbeitet werden, um von einer lutherischen Position aus ökonomisch sprachfähig zu werden. In einem diskursiven Rahmen zielt das auf die ökonomischen Konsequenzen evangelischer Theologie, dies aber nicht in Frontstellungen, sondern als Beitrag zu einer realistischen Ökonomie, die auch der religiösen Realität Rechnung trägt. Mit einer neukodierten Marktmetapher könnte eine Synthese gelingen, bei der die Logik einer evangelisch-religiösen Ökonomie zu den Konstruktionsbedingungen des Marktes gehört. Damit wäre einerseits die Kommodifizierung kirchlicher Angebote in ein neues Setting transferiert, und andererseits könnten die mentalen Modelle einer „Ökonomie des Evangeliums“ als kontrafaktische Identitätszusage individuell ökonomisch wirkmächtig werden. 

Jakob Kühn
(Diplomtheologe, Rostock)
jakob.kuehn(at)uni-rostock.de
"Die Kasualrede. Homiletische Rekonstruktion einer praktisch-theologischen Systemstelle."
Es soll in kritischer Auseinandersetzung mit aktuellen Kasualtheorien bzw. homiletischen Konzepten eine integrale Theorie der Kasualrede entwickelt werden. Formaler Anlass dieses Vorhabens ist der durchaus überraschende Befund, dass nach Friedrich Niebergalls grundlegender Monographie (1905) keine umfassende Theorie der Kasualpredigt mehr vorgelegt worden ist. Das Verhältnis von Kasus, Ritus und Rede ist derzeit in der Praktischen Theologie fundamentalhomiletisch etwas aus dem Blick geraten. Und dies in doppelter Weise: In den vorliegenden Kasualtheorien bleibt die genannte Relation in signifikanter Weise unterbestimmt. Und in den aktuellen homiletischen Theorien wird auf das spezifische Genus der Kasualpredigt allenfalls am Rande reflektiert. Diese markante Forschungslücke soll in diesem Projekt geschlossen werden. Dabei werden die liturgischen bzw. kulturtheoretischen Aspekte nicht ausgeblendet, sondern im Rahmen einer Kasualhomiletik theoretisch integriert.

Lars R. Schulz
(Diplomtheologe, Sprechwissenschaftler, Linguist; Berlin)
schulzlr(at)hu-berlin.de
"Gesprochene Sprache im Evangelischen Gottesdienst. Studien zu einer empirischen Rhetorik der religösen Versammlung."
Gottesdienst ist das, was im Gottesdienst passiert. Durch gesprochene Sprache wird Sinn hervorgebracht und Präsenz produziert. In ihrer Rhetorizität und Materialität trägt sie einen großen Teil zur Anmutung eines Gottesdienstes bei. Die Fokussierung auf die kommunikative und atmosphärischen Ebene sprachlich-stimmlichen Ausdrucks lässt eine Vielzahl von Phänomenen aufscheinen: Die Produktion von Nähe und Distanz, die Persuasion der Hörer/innenschaft, die Hervorbringung von Gruppenkontexten. Grundlage der Studien sind Tonaufnahmen evangelischer Gottesdienste aus verschiedenen Regionen und landeskirchlichen Traditionen. Ziel ist die tiefgehende Erschließung der Daten mit den Methoden der Linguistik und der Sprechwissenschaft und die theologische Analyse unter Zuhilfenahme kulturwissenschaftlicher Kategorien anhand verschiedener Fragestellungen (Homiletik, Liturgik, Kausaltheorie). 

Lisa Espelöer
(Theologin, Greifswald)

lisa.espeloeer(at)uni-rostock.de
"Zur Performanz des Gottesdienstes. Von der dramaturgischen zur postdramatischen Theorie."
In diesem Projekt geht es um eine fundamentalliturgische Fortschreibung des dramaturgischen Diskurses innerhalb der Liturgik. Im Blick auf die bisherigen praktisch-theologischen Bezugnahmen auf die Theatermetapher bzw. die kategorialen Entlehnungen aus der Theaterwissenschaft fällt auf, dass hier primär Regisseure und Dramaturgien rezipiert werden, die dem klassischen Paradigma des Dramen-Theaters zuzuordnen sind. Parallel zur Etablierung neuer Gottesdienstformate und -anlässe und dem damit einher gehenden Vordringen performativer Phänomene in Kultur und Gesellschaft haben sich auch die aktuellen liturgischen Vollzüge deutlich ausdifferenziert. Es ist also zu fragen, ob – den bleibenden Erkenntnisgewinn theaterästhetischer Theoriezugriffe vorausgesetzt – hier nicht neue Ansätze, wie das Konzept des postdramatischen Theaters von Hans-Thies Lehmann, berücksichtigt und angewandt werden müssen, die den vielfältigen Transformationen der liturgischen Landschaft gerecht werden.

Rebekka R. Tibbe
(Diplomtheologin, Rostock)

rebekka.tibbe(at)uni-rostock.de
"Das unendliche Gespräch. Martin Bubers Verdeutschung der Schrift im pastoralen Gebrauch"
»Wir haben […] die ›laute‹ Bibel im Sinn«, so schreibt Martin Buber es in seinem Text Über die Übersetzung der Bibel. Buber bringt hier in aller Kürze einen der wichtigsten Aspekte seines Bibelverständnisses zum Ausdruck, die ›Gesprochenheit‹ der Schrift. Die biblischen Texte etablieren für ihn eine spezifische Kommunikationssituation, sind durch und durch dialogisch und müssen in ihrer Performativität gedacht werden. Hier ergibt sich eine spezifische Nähe zu liturgischen Aufführungssituationen, in denen Bubers ›laute Bibel‹ erst verwirklicht, gewissermaßen re-inszeniert wird. Unter welchen Voraussetzungen diese Reinszenierung vonstattengeht, welche Gründe Pastoren für den Gebrauch und die Gebrauchsweise der Verdeutschung Bubers angeben, und schlussendlich wie genau sie realisiert wird, wird — nach einer eingehenden übersetzungstheoretischen Betrachtung der Buber-Rosenzweig-Bibel — empirisch geklärt.
 

PostDoc-Projekte

PostDoc-Projekte

Dr. theol. Matthias Marks
Pfarrer in der Evangelischen Kirche in Norddeutschland
matthiasmarks (at) hotmail.com
Auf dem Weg zu einer „Religionspsychologie der Kasualien“

Religionskulturelle Transformationsprozesse der Gegenwart motivieren zum Nachdenken über neue religionsproduktive Orte. Diese sind außerhalb, aber auch innerhalb der kirchlich institutionalisierten Formen zu finden, z.B. im Kontext der Kasualien. Ihre Nachfrage ist trotz zunehmender Zahl an Kirchenfernen bleibend hoch, was der klassischen Säkularisierungsthese ebenso wie der Marginalisierungsthese, die den Bedeutungswert der Kasualien als Kommunikation des Evangeliums geringschätzt, widerspricht. In bisherigen Kasualtheorien wird das Religiöse am Ort des Subjekts in seinen Selbst- und Fremdbeziehungen nicht genügend expliziert. Kasualgespräche erreichen kaum die nötigen Tiefendimensionen des Kasualbegehrens, was dazu führt, dass in der liturgischen Feier innovative Potenziale unberücksichtigt bleiben. Diese Unterdeterminiertheit soll mit einer „Religionspsychologie der Kasualien“ überwunden werden.
Kasualien gewinnen ihre Bedeutung als gottesdienstliche Begleitung auf der Schwelle, im Zwischenraum von lebensgeschichtlichen Übergängen, als Erinnerungen an das, was der Fall ist, war oder sein wird. Deshalb tritt als wesentliche Kategorie zum religionspsychologischen Verständnis der einzelnen (traditionellen und neueren) Kasualien der „Zeit-/Raum der Psychoanalyse“ ins Zentrum der Betrachtung. Dabei wird vor allem das Modell der Triangulierung, das etablierten psychoanalytischen Theorien und Konzepten zugrunde liegt, fruchtbar gemacht.
Ziel ist, zu einem detaillierteren, kulturhermeneutisch nachvollziehbaren Einblick in das pneumatologische Geschehen der Kasualien am Ort des Subjekts beizutragen. Adressat ist die akademische Theologie als auch die kirchliche Aus- und Weiterbildung sowie die gemeindliche Praxis.

 

Dr. theol. Matthias Bernstorf
(Pastor der Nordkirche, kirchlicher Radio- und Fernsehredakteur im NDR)
matthias(at)bernstorf.net
Projekt Predigtdidaktik
Wie lerne ich Predigen? Ein paar Worte nur, doch sie führen in ein spannendes Forschungsfeld voller Fragezeichen. Was ist die Predigt, und was bestimmt ihr rezeptionsästhetisches Proprium? So lauteten lange Zeit die Ausgangsfragen, deren richtige Beantwortung – so das abbilddidaktische Urvertrauen – Theologiestudierenden die entsprechenden Lerntheorien wie von selbst erschließen. Ebenso lange darf bezweifelt werden, ob dieser Optimismus berechtigt ist.
Es war ein ehemaliger Rostocker Theologiestudent, der im Jahre 1613 die These formulierte, dass homiletisches Lernen wie jedes andere Lernen auch einer Wissenschaft sui generis bedarf. Dies initiierte die Begriffsgeschichte der Didaktik im deutschen Sprachraum. In der Homiletik kommt sie zu einem Zeitpunkt in den Blick, da externe Effizienzansprüche an die berufliche Bildung, die Krise kirchlich-körperschaftlicher Strukturen und die digitale Revolution noch vor der scheinbaren Dringlichkeit des Wie das Wozu homiletischen Lernens zu durchdenken nahelegen.
In der Seminarreihe ‚öffentlich predigen‘ erforschen wir im Rahmen des Rostocker Modells gemeinsam in einem multiprofessionellen Team, wie Studierende ihre sozialmediale Alltagskompetenz als Ressource nutzen können, welche homiletischen Lernfelder ihnen biographisch zugänglich sind und wie sich die homiletische Selbsteinschätzungsfähigkeit (die der Lern-, aber auch der Lehrpersonen) kategorial entwickeln und stärken lässt. Ziel ist eine Theorie des professionell predigenden Subjekts, die homiletisches Lernen sichtbar macht.

 
Dr. theol. Frank Uhlhorn
(Pastor der Evangelischen Kirche Hannovers, Osnabrück)
frank.uhlhorn(at)online.de
Kybernetik zweiter Ordnung als Steuerungsmechanismus für die Organisation Kirche
Prononcierte theologisch-dogmatische Entwürfe betonen den qualitativ unendlichen Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf. Dieser ist Grund für die epistemologische Annahme, dass der Mensch die Welt nicht zureichend erkennen kann. Traditionelle Theologie hat daher eine Terminologie der Ambiguität entwickelt, um das Unfassliche einerseits zu belassen wie es ist und andererseits für das Denken des Glaubens zu rekonstruieren. Gerade diese Terminologie der Ambiguität ist jedoch in Hinsicht auf die Frage nach der Gestalt der Kirche unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft problematisch geworden. Kybernetische Theorien, die Steuerungsmechanismen für komplexe Organisationen bereitstellen wollen, konvertieren die theologische Prämisse ins Gegenteil: Sie versuchen, mit autologischen Begriffen Prozesse konditionierter Selektivität zu erfassen, die darüber aufklären, wie komplexe Systeme aus Bedingungen entstehen können, die weniger komplex sind als sie selbst. In vorliegenden Ausarbeitungen über eine Theorie der Organisation Kirche ist die Strenge der kybernetischen Begriffsbildung wie "Beobachtung zweiter Ordnung", "binärer Code, "Autopoiesis" und "doppelte Kontingenz" noch nicht zur Anwendung gekommen. In diesem Projekt soll diese Lücke unter der Fragestellung gefüllt werden, ob einer konsequenten Durchfunktionalisierung der "Organisation Kirche" nicht auch Schranken gesetzt werden müssen.


Dr. theol. Antje Mickan
(Theologin und Pädagogin, Braunschweig)
fam.mickan(at)arcor.de
Gedächtnis, Raum und Liturgie. Gedächtnisräume als Kreationen und Manifestationen religiöser Sinnordnung
Fragen nach der eigenen Identität ebenso wie nach dem, was Orientierung für die Zukunft ermöglicht, werden in Zeiten immer neuer soziokultureller Wandlung, Pluralisierung, scheinbar unbegrenzter Wahlmöglichkeit in besonderem Maße drängend. Funktional sind hierbei Gedächtnis und Erinnerung. So erstaunt es nicht, dass mit Bezug auf diesen Themenkomplex aktuell von einem fächerübergreifenden Forschungsboom gesprochen werden kann, an dem die Praktische Theologie sich allerdings — trotz oder gerade wegen großer Selbstverständlichkeit theologischer Arbeit am Gedächtnis — bislang nicht merklich beteiligt. Neben der Abstinenz vom interdisziplinären Diskus ist mithin ein Missverhältnis von Praxis und Theorie heute kirchlich gestalteter Erinnerungskultur festzustellen. Da nun Erinnerungskultur Raum des sinnbildlichen Ausdrucks, der rituellen Performanz benötigt und schafft, sie also ohne Raum nicht denkbar ist, sich die leitenden Raumvorstellungen weltweit aber mit Einführung moderner Verkehrs- und Kommunikationstechnologie grundlegend verändert haben, ist aus praktisch-theologischer Sicht ein doppelter theoretischer Nachholbedarf vorhanden.
Unter Verbindung von Gedächtnis- bzw. Erinnerungstheorie und Raumtheorie soll das hier vorgestellte Forschungsvorhaben einerseits die beschriebene Diskrepanz reflexiv einholen und andererseits das Möglichkeitspotential christlicher Erinnerungskultur in der späten Moderne neu bestimmen. Dabei greift sie u.a. auf das konsequent relationale Raumkonzept des Baseler systematischen Theologen Matthias Wüthrich („Raum Gottes“, Göttingen 2015) zurück und verwendet als hermeneutischen Schlüssel der Deutung sich manifestierender Sinnordnungen die Semiotik Umberto Ecos. Eine zentrale Leitfrage wird sein, wie in liturgischer Gestaltung religiöse Räume offeriert werden können, die eine wechselseitige Bezugnahme von individuellem Gedächtnis und kulturellem Gedenken ermöglichen.


Dr. Lars Charbonnier
(Studienleiter an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie, Berlin)
lars.charbonnier(at)fa-kd.de
Die Zukunft der Kirche heute gestalten – pastoraltheologische und kybernetische Reflexionen auf dem Weg zu einem integralen Verständnis kirchlichen Leitungshandelns
Gott selbst ist die Zukunft seiner Kirche. Das ist theologisch so richtig wie für die Verantwortungstragenden in der gegenwärtigen verfassten Kirche in Deutschland handlungsorientierend herausfordernd. Mit dem Blick auf das Werk des Menschen an der Gestaltung der Zukunft der Kirche wird in diesem Projekt der Versuch unternommen, ein Leitungsverständnis modellhaft zu entwickeln, das sowohl den (praktisch-)theologischen Ansprüchen an diese Aufgabe wie auch den aktuellen und zukünftigen Ansprüchen der gesellschaftlichen Kontexte und dem gegenwärtigen Stand von Organisations- und Managementlehre entspricht. Basierend auf einem systemischen Verständnis von angemessenem Führungs- und Leitungshandeln in der VUCA-Welt, werden die Dimensionen leitenden Handelns eruiert und durchbuchstabiert. Am Ende soll ein Modell entstehen, das Orientierungen bietet für Strukturen, Dimensionen und Personen im verfasst-kirchlichen Führungs- und Leitungshandeln.

Abgeschlossene Promotionen/Habilitationen

Abgeschlossene Promotionen

Dr. theol. Ulrike Schäfer-Streckenbach / Greifswald (2006; Theologische Fakultät Rostock)
„Kulturkirchen. Wahrnehmung und Interpretation“, in PThK Bd. 19, Gütersloh 2007

Dr. rer. pol. Simone Scheps / Augsburg (2011; Wirtschafts- u. Sozialwiss. Fakultät/Theol. Fakultät)
"Moralische Pflicht als Lebenseinstellung – Bürgerschaftliches Engagement in Kloster- und Kirchbauvereinen Mecklenburg-Vorpommerns".

Dr. theol. Matthias Marks / Hamburg ( 2012; Theologische Fakultät Rostock)
„Menschwerden aus Passion. Rezeptionsästhetische Studien über das Religiöse in der Malerei von Rudolf Hausner (1914-95) als Beitrag Praktischer Theologie zum interdisziplinären Bilddiskurs“: Erschienen 2013 unter dem Titel: Menschwerden aus Passion. Das Religiöse in der Malerei von Rudolf Hausner (1914-1995), Praktische Theologie heute. Bd. 130, Stuttgart: Kohlhammer 2013.

Dr. theol. Jens Kramer / Potsdam (2014; Theologische Fakultät Rostock)
"Diakonie inszenieren. Performative Zugänge zum diakonischen Lernen"; erscheint 2014 in der Reihe "Diakonie. Bildung - Gestaltung - Organisation"; Stuttgart: Kohlhammer.

Dr. theol. Frank Uhlhorn / Osnabrück (2014; Theologische Fakultät)
"Wie ist strategische Kommunikation möglich? Systemtheoretische Perspektiven für die Luther-Dekade 2017“; erschienen in der Reihe "Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs" (PThW), Bd. 18 unter dem Titel: Kirchliche Kommunikation kalkulieren. Systemtheoretische Perspektiven für die Lutherdekade 2017, Berlin: deGruyter 2015.

Dr. theol. Kathrin Fenner / Rostock (2014; Theologische Fakultät)
„Confirmatio et memoria per narrationem. Die Feier der Goldenen  Konfirmation – Erinnerungskasualie oder Klassentreffen in kirchlichem Ambiente?“; erschienen in der Reihe "Rostocker Studien zur Theologie", Bd. 28 unter dem Titel: Confirmatio et memoria per narrationem. Die Feier der Goldenen Konfirmation - Erinnerungskasualie oder Klassentreffen in kirchlichem Ambiente?, Berlin: LIT 2015.

Dr. theol. Antje Mickan / Braunschweig (2015; Theologische Fakultät)
"Bestattungswün­sche älterer Menschen. Grundbedingungen, Deutungen und geronto-poimenisches Po­tential"; erscheint als 2 Monographien: „… wenn ich irgendwo so’n Steinchen da hätte mit Namen“. Bestattungswünsche älterer Menschen. Eine praktisch-theologische Untersuchung zu Altern, Sepulkralkultur und Seelsorge, Kasseler Studien zur Sepulkralkultur, Band 23, Berlin: LIT 2015; sowie „Sieh doch: Ich bin alt!“ Deutungen biblischer Texte zu Alter(n) im Kontext geronto-poimenischer Fragestellungen. Rostocker Theologische Studien 29, Berlin : LIT 2016.

Dr. theol. Sieglinde Sparre / Rostock (2015; Theologische Fakultät)
"Bestatten in Kirchen. Pragmatik spätmoderner Kirchenkolumbarien“; in der Reihe „Praktische Theologie heute“, Stuttgart: Kohlhammer 2016.

Dr. theol. Lydia Kossatz / Feuchtwangen (2016; Theologische Fakultät) „Zeichen im System.  Eine fundamentalpoimenische Untersuchung in systemtheoretischer und semiotischer Perspektive“. 

Abgeschlossene Habilitationen

Prof. Dr. Andreas Kubik-Boltres / Osnabrück (2017; Theologische Fakultät) "Theologische Kulturhermeneutik implizierter Voraussetzungen und Implikationen eines praktisch-theologischen Paradigmas der Spätmoderne" Habilitationsvortrag (11.1.17): "Warum kritisieren Religionskritiker auch die liberale Religion? Eine kybernetische Etüde."

Tagungen

Ankündigung

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Reliquien
Die Dinge, die bleiben
07.-09.10.2019, 
Universität Rostock

Bei einer Bestattung ist es nicht nur die Erinnerung, die bleibt. Oft sind es Dinge der materialen Kultur, die sorgsam aufbewahrt werden: Fotos, Erinnerungsgegenstände, Kleidungsstücke, Briefe. Vielfach wird auch ein Teil der Kremierungsasche diskret zuhause in Erinnerungs- oder Miniurnen aufbewahrt. Diese können wahlweise auch mit Halsketten, Haarsträhnen oder Erde vom Grab befüllt werden. Auch die sog. Erinnerungsdiamanten, die die Schweizer Firma Algordanza aus einem Teil der Kremierungsasche erzeugt, stellen „Reliquien“ dar. Dinge, die bleiben.
Die Religionskultur nimmt gegenüber diesen nachtodlichen Artefakten eine ambivalente Haltung ein. Während in der katholischen Kirche die kultische Verehrung heiliger Überreste in Form von Reliquien gängige Praxis ist, sind Protestanten diesbezüglich überaus skeptisch. In der spätmodernen Religionspraxis fließen die konfessionellen Kontraste ineinander und es äußern sich ganz eigene ästhetische Formate. Wenn mit der Sepulkralkultur, jedoch keineswegs nur hier, das Nahverhältnis von Ding und Mensch wieder auf die Tagesordnung gerät, dann signalisiert dies theologischen, religionswissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Klärungsbedarf. Diese Klärungsprozesse will die funeraleim interdisziplinären Diskurs vorantreiben.

Prof. Dr. Thomas Klie, Theologische Fakultät Rostock

Anmeldung: 
Dipl.-Theol. Jakob Kühn
jakob.kuehnuni-rostockde
Theologische Fakultät Rostock/Praktische Theologie


FeinStoff.


Bild und Performanz


Formenspiele - Liturgiedidaktik 2


Funerale 7

funerale 7 Seite 1
funerale 7 Seite 2

Was heilt - Krankheitsdeutung zwischen Religion, Medizin und Heilkunde


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