Artefakt und Erinnerung. Die Pragmatik materialer Ästhetik im Trauerprozess am Beispiel von „Erinnerungsdiamanten“
Welche Rolle spielen „Erinnerungsdiamanten“ im Trauerprozess von Hinterbliebenen, die sich dazu entschieden haben, die Kremationsasche ihres verstorbenen Angehörigen in Form einer kristallinen Preziose aufzubewahren? – Hiermit ist die globale Forschungsfrage umrissen, die im Rahmen dieses Vorhabens einer Beantwortung zugeführt werden soll. Dabei korrelieren Fragen des Umgangs (Pragmatik) mit Fragen der Ästhetik, die im Kontext von Trauerprozessen eine besondere Bedeutung erlangen. Für die Diamantpressung gibt es in der an fakultativen Gestaltungsvarianten reichen Bestattungskultur keinerlei kulturelle Vorbilder. Die Fa. Algordanza, die seit 2004 diese Diamanten im Kundenauftrag herstellt, hat ein bislang einzigartiges Verfahren entwickelt, das im Modus einer doppelten Transformation (Kremierung der sterblichen Überreste/ Pressen des in der Kremationsasche enthaltenen Kohlenstoffs zu Industriediamanten) Erinnerungsartefakte produziert, die den Verstorbenen in ganz besonderer Weise für die Angehörigen repräsentieren. Neu ist, dass der Verstorbene gleichsam postmortem materiellen Anteil hat am Artefakt, das an ihn erinnert. Prof. Dr. Thomas Klie (Theologische Fakultät Rostock), Dr. Thorsten Benkel, Matthias Meitzler M.A. (Soziologie, Philosophische Fakultät Passau) Laufzeit: 12 Monate (1.10.18 bis 30.9.19); Volumen: ca. 40.000 EUR; Geldgeber: Fa. Algordanza, Domat/Ems; Schweiz
